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Lehrer kritisieren engen Zeitplan bei Abiprüfungen

Wochenarbeitszeit von 80 Stunden Lehrer kritisieren engen Zeitplan bei Abiprüfungen

Nicht nur die Abiturienten schwitzen derzeit während der Klausuren. Auch für die Lehrer bedeutet das Korrigieren einen Berg von Arbeit. In diesem Jahr staut es sich besonders - weil Niedersachsen in mehreren Fächern mit anderen Bundesländern kooperiert.

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Quelle: dpa

Hannover. Der diesjährige Zeitplan für die Abiturprüfungen in Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch bedeutet aus Sicht des niedersächsischen Philologenverband für die Lehrer eine unzumutbare Arbeitsbelastung. Eine Vollzeitlehrkraft müsse derzeit eine Wochenarbeitszeit von 80 Stunden leisten, kritisierte der Vorsitzende des Verbandes, Horst Audritz. Dies sei ein Verstoß gegen alle arbeitzeitrechtlichen Vorschriften. Schon vor Monaten habe der Philologenverband Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) auf die enge Terminplanung hingewiesen und Abhilfe gefordert. Die Ministerin sei aber untätig geblieben.

Niedersachsen hat sich bei den Prüfungen in den vier Fächern einem länderübergreifenden Pool von mehreren Bundesländern angeschlossen. Daher müssen die Abiklausuren in einem bestimmten zeitlichen Rahmen geschrieben werden. Dieser ist für das Bundesland wegen der frühen Osterferien in diesem Jahr ungünstig: Die Klausuren werden erst nach den Osterferien geschrieben, müssen aber bis Ende Mai fertig korrigiert sein. "Man kann pro Klausur etwa fünf bis sechs Stunden Korrekturzeit rechnen", so Audritz. Parallel dazu müssten die Lehrer auch noch den regulären Unterricht in anderen Jahrgangsstufen leisten.

Enorme Arbeitsbelastung

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat von vielen Lehrern die Rückmeldung bekommen, dass die Arbeitsbelastung enorm ist. "Es handelt sich eben wegen der Fächer Deutsch und Mathematik um eine sehr große Prüfungsgruppe", sagt GEW-Vorstandsmitglied Henner Sauerland. Der Zeitplan habe sich nach den Wünschen der bayerischen Landesregierung gerichtet. "Es war klar, dass es dann bei der Pool-Lösung eine zeitliche Enge gibt, aber das haben die teilnehmenden Länder wohl übersehen." Das Kultusministerium wies die Kritik zurück. Man habe auf die besondere Korrektursituation mit Erleichterungen für die betroffenen Lehrer reagiert, sagte eine Sprecherin. So entfalle in diesem Jahr der sonst übliche gegenseitige Austausch von Abiturklausuren zum Korrigieren zwischen einzelnen Schulen.

Die Forderung des Philologenverbandes, die Kultusministerin solle die Schulleiter noch einmal an die Regelungen zur Arbeitszeit hinweisen, lehnte Heiligenstadt ab. "Es gibt für mich keinen Grund anzunehmen, dass den Schulleitungen die geltenden Regelungen zur Arbeitszeit der Lehrkräfte unbekannt sind oder diese gar von ihnen bewusst ignoriert würden", teilte die Ministerin mit. Sie vertraue darauf, dass die Schulleiter die Situation verantwortungsvoll und flexibel im Sinne der Lehrer gestalten würden.

dpa

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