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Trotz Lehrermangel: Ausbildungsplätze bleiben frei

Unbesetzte Stellen Trotz Lehrermangel: Ausbildungsplätze bleiben frei

Trotz des Lehrermangels werden in Niedersachsen nicht so viele Pädagogen ausgebildet, wie es möglich wäre: Von 1800 Plätzen in Studienseminaren waren 334 unbesetzt. Die CDU spricht von einer „großer Fehlplanung“. Deutsch und Englisch sind die häufigsten Fächerkombination

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Trotz des Lehrermangels werden in Niedersachsen nicht so viele Pädagogen ausgebildet, wie es möglich wäre

Quelle: dpa

Hannover. Rund jeder fünfte Platz an den Studienseminaren des Landes, die Referendare in der Ausbildung betreuen, ist derzeit unbesetzt. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der CDU-Fraktion hervor. Der Grund dafür ist häufig bei den angehenden Lehrern selbst zu finden: Zu viele studieren ähnliche Fächer.

Dadurch entsteht bei einigen Kombinationen wie Deutsch und Englisch ein Überangebot an Referendaren. So hatte 2016 jeder siebte angehende Gymnasiallehrer das Unterrichtsfach Deutsch und jeder neunte das Fach Englisch. Gleichzeitig gibt es in anderen Fächern einen deutlichen Mangel an Nachwuchslehrern. Dazu zählen insbesondere Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Von 1800 Plätzen waren in den Studienseminaren Ende Januar 334 unbesetzt. Für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen blieben 10,8 Prozent (92 von 850) der Stellen offen. Bei den Gymnasiallehrern waren es sogar 21,4 Prozent (150 von 700), gleichzeitig konnten 196 Bewerber nicht berücksichtigt werden. Für das Lehramt an Förderschulen blieb mehr als ein Drittel der Plätze frei.

Land nimmt Quereinsteiger

„Diese Antwort hat unsere Befürchtung, dass hier eine große Fehlplanung vorliegt, bestätigt“, sagt Kai Seefried, schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Er fordert von der Landesregierung ein Maßnahmenbündel und eine „konsequente Einstellungspolitik“, damit der Lehrerbedarf an den Schulen gedeckt werden könne. Die Unterrichtsversorgung an allgemeinbildenden Schulen ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen, das Land kann ausgeschriebene Stellen nicht besetzen und verpflichtet inzwischen auch Quereinsteiger.

Horst Audritz, Vorsitzender des Philologenverbandes, fürchtet, dass sich der Lehrermangel durch die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren noch verschärfen könnte. „Dadurch werden in vier Jahren 1500 zusätzliche Lehrer auf einmal benötigt“, sagt er. Audritz glaubt, ebenso wie der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Eberhard Brandt, an die Attraktivität des Berufs.

Für Brandt trägt ebenfalls das Land die Verantwortung für die Lücken in den Seminaren. So habe das Kultusministerium Studienkapazitäten für Grundschullehrer abgeschafft, das Studium verlängert und die Optionen für Fächerkombinationen eingeschränkt.

Das Kultusministerium verweist darauf, dass viele Bewerber für Seminarplätze kurzfristig absagen. Zudem könne nicht an jedem Studienseminar jedes Fach angeboten werden. „Um den hohen Bedarf an Lehrkräften auch zukünftig abdecken zu können, haben wir die Ausbildungskapazitäten erweitert, nachdem sie zuvor deutlich zurückgefahren worden waren“, heißt es aus dem Ministerium. Zudem sollen Lehrer mit Ausbildungsaufgaben künftig eine geringer Unterrichtsverpflichtung haben.

Julia Polley

Abiturstress – auch für Lehrer

Die Gymnasiallehrer klagen über einen zu hohen Prüfungstakt im Abitur. Weil in diesem Jahr die Prüfungstermine für Deutsch (25.??April), Englisch (28. April), Mathematik (3. Mai) und Französisch (5. Mai) eng beieinander lagen, gab es nicht nur Lernstress für die Schüler, sondern auch Korrekturstress für die Lehrer. Von Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache sind zwei Fächer verpflichtend. Der Philologenverband sieht einen eklatanten Verstoß gegen arbeitszeitrechtliche Vorschriften. Wer diese Kernfächer unterrichte, benötige für die Korrektur der schriftlichen Prüfungen allein 80 Stunden, hinzu käme noch die normale Lehrtätigkeit. Das Kultusministerium erwiderte, man vertraue auf die Fürsorgepflicht der Schulleiter. Zudem sei 2017 der verpflichtende Austausch mit anderen Schulen ausgesetzt worden. Sonst werden alle Klausuren noch einmal von einem zweiten externen Gutachter geprüft, um die Objektivität der Bewertung zu erhöhen.

Karl Doeleke

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