Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Was ist das Abitur in Niedersachsen noch wert?

Eine Fremdsprache, Mängel in Mathe Was ist das Abitur in Niedersachsen noch wert?

Lehrerverbände und Wissenschaftler beklagen sinkende Standards an Gymnasien. So soll es Schülern ab dem Schuljahr 2018/2019 nach der zehnten Klasse erlaubt sein, auf eine zweite Fremdsprache zu verzichten.  Viele Schulabsolventen seien nicht auf das Studium vorbereitet.

Voriger Artikel
Niedersachsen schafft Bannmeile um den Landtag ab
Nächster Artikel
Keine politische Einflussnahme durch Imame
Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Lückenhafte Mathematik-Kenntnisse, nur eine Fremdsprache bis zum Abitur und immer geringere Anforderungen an die Schüler: Lehrer und Professoren beklagen ein sinkendes Bildungsniveau an Gymnasien. Fremdsprachenlehrer kritisieren, dass eine neue Verordnung in Niedersachsen Schülern ab dem Schuljahr 2018/2019 nach der zehnten Klasse erlaubt, auf eine zweite Fremdsprache zu verzichten. Unterdessen bemängelten 130 Universitätsprofessoren in einem offenen Brief an die Kultusminister in Deutschland, dass Abiturienten hierzulande in Mathematik nicht ausreichend auf die Anforderungen eines Studiums vorbereitet würden.

Wenn die zweite Fremdsprache in der Oberstufe wegfalle, gefährde dies den Bildungsauftrag des Gymnasiums, sagt Stefan Gieseke vom niedersächsischen Altphilologenverband. Laut Verordnung sollen Schulvorstände - also Schulleiter und Lehrer sowie Vertreter von Eltern und Schülern - künftig selbst entscheiden können, ob die Gymnasien eine der zwei Pflichtfremdsprachen aufgeben und stattdessen ein Wahlpflichtangebot wie darstellendes Spiel einführen. Die Fremdsprachenlehrer befürchten, dass sich Schulen für das Wahlpflichtangebot entscheiden. „In einem modernen Europa sind mindestens zwei Fremdsprachen in Klasse elf ein Muss“, betont Birgit Smyrek, Vorsitzende des Spanischlehrerverbandes.

Das Schlüsselfach Mathematik sei in den Gymnasien mittlerweile so ausgedünnt, dass die Kenntnisse nicht für ein Technik-, Wirtschafts- oder Mathematikstudium ausreichten, schreiben die 130 Universitätsprofessoren. „In der Studieneingangsphase finden inzwischen fast überall mathematische Alphabetisierungsprogramme statt.“ Doch oftmals seien die „Defizite kaum noch aufholbar“. Studienanfängern fehlten mitunter sogar Kenntnisse in Bruchrechnung.

Widerspruch erhielten die Professoren aus den eigenen Reihen: In einem ebenfalls offenen Brief meldeten sich 50 Hochschuldozenten zu Wort - und wiesen darauf hin, dass sich die Mathematik-Kompetenz der Schüler seit dem Pisa-Schock im Jahr 2000 verbessert habe.

In Niedersachsen wird nach Angaben des Kultusministeriums aktuell ein „Basispapier Mathematik“ erstellt. Schulen und Hochschulen tauschten sich darüber aus, welche Kompetenzen in den Schulen vermittelt und in den Universitäten benötigt würden. Außerdem werde mit der Umstellung auf das Abitur nach 13 Jahren der Mathe-Unterricht in den Klassen fünf bis zehn erweitert.

Von Saskia Döhner und Heiko Randermann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Niedersachsen
Kleiner Parteitag der CDU in Niedersachsen

Nach der SPD hat nun auch die CDU in Niedersachsen den Koalitionsvertrag angenommen. Bei einem kleinen Parteitag haben die Christdemokraten in Hannover darüber entschieden. Damit ist der Weg für eine Große Koalition in Niedersachsen frei.

Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr