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Land schiebt 125 Asylbewerber ab

Flughafen Langenhagen Land schiebt 125 Asylbewerber ab

Vom Flughafen Langenhagen ist am Mittwochnachmittag ein Flugzeug in Richtung Balkan abgehoben. An Bord: 125 Asylbewerber aus ganz Niedersachsen. Nach dem Asylkompromiss im Bund macht das Land jetzt ernst mit der schnelleren Abschiebung abgelehnter Asylbewerber.

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Aus ganz Niedersachsen wurden die Flüchtlinge in Bussen zum Flughafen Langenhagen gebracht.

Quelle: Surrey

Langenhagen. Nach Informationen der HAZ handelt es sich vor allem um Familien aus dem Kosovo sowie Roma, die sich in ganz Niedersachsen aufgehalten haben. Die Polizei brachte die Asylsuchenden am Mittwoch zum Terminal D des Airports. Von dort aus startete die Boeing 737-800 um kurz vor 16 Uhr nach Pristina im Kosovo. Das Niedersächsische Innenministerium hatte die Maschine eigens für die sogenannte Sammelrückführung  gechartert.

Offenbar aus ganz Niedersachsen wurden die Menschen zur Abschiebung nach Langenhagen gebracht. Den ganzen Vormittag über kamen am Flughafen Busse, Kleinbusse und zivile Fahrzeuge der Polizei an. Zeugen berichteten von Kennzeichen aus Braunschweig, Oldenburg Uelzen oder Cuxhaven. "Wir reden über 125 Menschen", sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Mittwoch im Landtag.

Zeugen der Massenabschiebung berichteten, wie den gesamten Vormittag über Menschen zum Teil in Handschellen, alte Leute und Kinder von Polizeibeamten ins Terminal D begleitet wurden. Viele von ihnen hatten laut dem Zeugenbericht nur das Nötigste dabei.

Offenbar haben die Menschen die neue Linie in der Flüchtlingspolitik nach dem Asylkompromiss zwischen Bund und Ländern zu spüren bekommen. Anscheinend handelt es sich um Menschen, die zum Teil sehr lange in Niedersachsen sind, aber als wenig integriert gelten.

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Fotostrecke Politik Niedersachsen: Land schiebt mehr als 100 Flüchtlinge ab

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"Mein Cousin und seine Familie sollen auch abgeschoben werden, obwohl er seit 1988 in Deutschland lebt und sogar seine Kinder hier geboren wurden", sagte Djevdet Berisa vom Verein der Roma in Niedersachsen "Romane Aglopine". Noch am Flughafen versuchte er mit Hilfe einer Anwältin, die einen Eilantrag gegen die Abschiebung stellte, die Ausreise seines Cousins und dessen Familie zu verhindern. Sie hatten keinen Erfolg.

Der Flüchtlingsrat berichtete, dass die Menschen am frühen Mittwochmorgen zum Teil ohne vorherige Ankündigung aus ihren Wohnungen geholt wurden. Darunter Familien mit Kindern, die hier geboren wurden und auch zur Schule gingen.

Belit Onay von den Grünen im Landtag bedauerte die Aktion. "Es handelt sich offenbar genau um die Fälle, vor denen wir gewarnt haben." Die Grünen in Niedersachsen hatten sich gegen den Asylkompromiss ausgesprochen. Darum hatte sich das Land bei der Abstimmung über die Verschärfung des Flüchtlingsrechts im Bundesrat enthalten. "Ich bin sehr unzufrieden", sagte Onay. "Es handelt sich zum Teil um junge Menschen, die hier zur Schule gehen." Ulrich Watermann von der SPD sagte: "Wir haben das nicht für zielführend gehalten." Nach dem Asylkompromiss gebe es aber keinen rechtlichen Spielraum.

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Von Karl Doeleke, Jörn Kießler und Rainer Surrey

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