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Niedersachsen Land will Laptops an Schulen zur Pflicht machen
Nachrichten Politik Niedersachsen Land will Laptops an Schulen zur Pflicht machen
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00:15 20.08.2018
Schüler sitzen in einem interaktiven Klassenzimmer vor ihren Laptops. Quelle: dpa
Hannover

Alle Schüler in Niedersachsen sollen künftig mit Laptops oder Tablet-Computern ausgestattet werden. Die rot-schwarze Landesregierung will „digitale mobile Endgeräte“ als Lernmittel anerkennen und damit zur Pflichtausstattung in den weiterführenden Schulen machen. Für die Kosten müssen allerdings in der Regel die Eltern aufkommen. Zudem sollen viele Schulen Leichtbauroboter für den Unterricht erhalten. Das geht aus dem mit Spannung erwarteten „Masterplan Digitalisierung“ hervor, der der HAZ vorliegt. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) will ihn in der kommenden Woche offiziell vorstellen. Änderungen seien noch möglich, hieß es.

Die Landesregierung will mit diesem Plan die „notwendigen Rahmenbedingungen“ für die Digitalisierung in Niedersachsen schaffen. Dazu sollen bis 2022 rund eine Milliarde Euro aus Landesmitteln zur Verfügung stehen. Der Masterplan regelt den Ausbau von Breitbandnetzen und Mobilfunk, aber auch die Digitalisierung von Schulen, Verkehr, Gesundheit und anderen Lebensbereichen. „Die digitale Gesellschaft zur Sicherung von Wohlstand und Wachstum müssen wir entschlossen gestalten und neue Chancen nutzen“, schreibt Althusmann im Vorwort des 126 Seiten umfassenden Berichts.

Der CDU-Politiker kündigt im Masterplan an, dass der flächendeckende Ausbau von Hochleistungsnetzen für superschnelles Internet (Gigabit) bis 2025 abschlossen sein soll. In vielen ländlichen Regionen fehle schnelles Internet. Das werde zunehmend zu einem „existenziellen Problem“. Das betrifft etwa den Landkreis Hildesheim mit 31.500 unterversorgten Haushalten. In der gesamten Region Hannover sind es dagegen nur 6500 Haushalte ohne schnelles Internet. Alle Schulen, Krankenhäuser und Gewerbegebiete in Niedersachsen soll bereits 2021 mit einem Gigabit-Anschluss ausgerüstet sein. Für den Breitbandausbau hat Althusmann bis 2022 eine halbe Milliarden Euro eingeplant.

Eine Digitalagentur Niedersachsen soll entstehen

Die großen Lücken im Mobilfunk sollen bereits Ende 2019 geschlossen und 98 Prozent aller Haushalte in Niedersachsen dann versorgt sein. Althusmann kündigt konkrete Absprachen mit den Mobilfunkanbietern bis Ende dieses Jahres an. Alle öffentlichen Gebäude des Landes sollen mit WLAN ausgestattet werden. Freizeit-, Sport- und Kultureinrichtungen, die WLAN einrichten wollen, können Födermittel beantragen. Für beide Bereiche sind insgesamt 26 Millionen Euro eingeplant.

Das Wirtschaftsministerium will eine Digitalagentur Niedersachsen gründen – als Ansprechpartner für alle Unternehmen. Die Forschungsförderung soll konsequent auf das Thema Digitalisierung ausgerichtet werden. Für die mehrfach angekündigten bis zu 100 Digitalprofessuren an den Hochschulen fehlt im Masterplan allerdings die Finanzierung. Was für zahlreiche andere Projekte auch gilt.

Einer der Kernpunkte des Masterplans ist die Umstellung der Verwaltung von Papier auf Computer. Von elektronischen Formularen und Online-Zahlungen sollen auch die Bürger profitieren. Die Landesregierung will ein Gesetz zur Einrichtung der „digitalen Verwaltung“ in den Landtag einbringen. Um die Sicherheit zu gewährleisten und Cyber-Attacken im Internet abzuwehren, soll bis 2020 ein „Cyber-Defense-Center eingerichtet werden.

Niedersachsen hat einiges aufzuholen, meint HAZ-Redakteur Christian Wölbert.
Hier lesen Sie seinen Kommentar.

Von Marco Seng

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