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Mehr Migranten sollen Lehrer werden

Universität Hildesheim Mehr Migranten sollen Lehrer werden

An der Universität Hildesheim ist ein Schülercampus gestartet, bei dem vor allem Menschen mit Migrationshintergrund zu Lehrern ausgebildet werden sollen. Sie sollen vor allem Schüler mit ähnlichem Hintergrund Hilfe und Vorbild sein.

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Das Gefühl, anders zu sein: Anastasiya Walterowicz (von links), Derya Akdag und Carolin Seta haben eigene Migrationsgeschichten.

Quelle: Chris Gossmann

Hildesheim. Das Lob „Sie sprechen aber gut Deutsch“ mag Derya Akdag nicht mehr hören. Sie empfindet das als „positive Diskriminierung“. Die 36-jährige Tochter türkischstämmiger Eltern ist in Hannover geboren und aufgewachsen. Und dass sie ihre Muttersprache beherrsche, sei ja schließlich selbstverständlich, sagt die dunkelhaarige Frau, die gerade ihr Lehramtsstudium an der Universität Hildesheim abgeschlossen hat. Akdag gehört zu den Studenten, die zusammen mit Lehrern und Wissenschaftlern ab Mittwoch 29 Oberstufenschüler ausländischer Herkunft aus ganz Niedersachsen für den Lehrerberuf begeistern wollen. Der Schülercampus „Mehr Migranten werden Lehrer“ wird von der ZEIT-Stiftung, dem Niedersächsischen Kultusministerium und der Uni Hildesheim organisiert und von mehreren Stiftungen unterstützt.

„Deutschland ist ein Einwanderungsland“, sagt Uni-Präsident Prof. Wolfgang-Uwe Friedrich. In Großstadt-Schulen stammten mitunter 60, manchmal sogar 90 Prozent der Kinder aus Migrantenfamilien. Umso wichtiger sei es, dass auch die Lehrer einen Blick für ihre Probleme hätten.
Wer könnte das besser als Pädagogen, die selbst ausländischer Herkunft sind? „Wir wissen, wie es ist, anders zu sein und aufzufallen“, sagt Akdag. Und Carolin Seta, die als Dreijährige mit ihrer Mutter aus dem polnischen Lodz nach Hildesheim kam und jetzt im fünften Semester ist, nickt zustimmend. Lehrer mit Migrationshintergrund könnten als Brücke zwischen den Kulturen wirken, sagt die 21-Jährige.

Ob einzelne Projekte, Studiengänge oder Stipendiatenprogramme – die Uni Hildesheim hat sich die Förderung von Einwanderern auf die Fahne geschrieben. Insbesondere über die enge Zusammenarbeit mit Schülern ausländischer Herkunft könnten die Nachwuchspädagogen viel lernen, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Olga Graumann, die zur stellvertretenden Vorsitzenden des neuen Integrationsbeirats gewählt worden ist. Das Gremium hatte Sozialministerin Aygül Özkan vergangene Woche ins Leben gerufen.

Anastasiya Walterowicz ist als 14-Jährige aus der Ukraine nach Salzgitter gekommen, ohne auch nur ein Wort Deutsch zu können. Trotzdem hat sie sich durchgebissen, jüngeren Schülern Nachhilfe in Mathematik gegeben und studiert jetzt in Hildesheim Pädagogik. Es sei unerlässlich, dass Migranten gut Deutsch könnten, sagt die 22-Jährige. Aber auch die Muttersprache dürfte nicht in Vergessenheit geraten.

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