Volltextsuche über das Angebot:

22°/ 12° Regenschauer

Navigation:
Mehr Tempo bei der Ganztagsschule

Niedersachsen vorn Mehr Tempo bei der Ganztagsschule

Der Ausbau der Ganztagsschulen kommt in Niedersachsen schneller voran als im bundesweiten Schnitt – und trotzdem geschieht noch zu wenig, meinen Forscher der Bertelsmann-Stiftung.

Voriger Artikel
VW streicht Spätschicht wegen WM-Spiel
Nächster Artikel
Wie „offen“ darf Gorleben noch bleiben?

Bundesweit wünschen sich rund 70 Prozent der Eltern für ihre Kinder eine Ganztagsschule

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Insgesamt rund 288.000 Kinder haben im vergangenen Schuljahr in Niedersachsen eine Ganztagsschule besucht. Mit 39 Prozent liegt der Anteil nicht nur über dem Vorjahr (25,2 Prozent), sondern auch noch deutlich über dem Bundesschnitt von 32,3 Prozent.

Die Nachfrage nach Ganztagsplätzen ist allerdings deutlich höher. Bundesweit wünschen sich rund 70 Prozent der Eltern für ihre Kinder eine Ganztagsschule. „Der Ausbau muss mehr Fahrt aufnehmen“, fordert auch Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung. „Ganztagsschulen ermöglichen eine bessere individuelle Förderung aller Kinder und damit mehr Chancengerechtigkeit.“

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind enorm: In Sachsen gehen schon knapp 80 Prozent der Schüler auf Ganztagsschulen, in Bayern dagegen nur 12,4 Prozent. Gerade den verpflichtenden Ganztagsschulen schreiben Wissenschaftler den höchsten Lernnutzen zu, aber dieses Angebot wird nur von wenigen Schülern genutzt. In Niedersachsen gehen nur 11,3 Prozent auf gebundene Ganztagsschulen, 27,7 Prozent haben sich für die freiwillige Variante angemeldet. In Hessen und Schleswig-Holstein gehen sogar weniger als fünf Prozent der Erst- bis Zehntklässler auf Pflicht-Ganztagsschulen.

Bleibt es dabei, hätten bis 2020 nur zwei von drei Schülern die Chance auf einen Ganztagsplatz. Deshalb fordert die Bertelsmann-Stiftung einen Rechtsanspruch darauf. Dabei komme es beim Ausbau auch auf die Qualität an, betonte Dräger: Ganztagsschule müsse mehr sein als Halbtagsschule mit Nachmittagsbetreuung.

Dies hatte auch Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) propagiert, als sie jüngst ihr Ausbauprogramm vorstellte. Bis 2017 will sie rund 260 Millionen Euro in den Ganztagsausbau stecken, die Zahl der Ganztagsschulen soll von 1600 auf rund 1900 steigen. Schon ab August sollen die Schulen deutlich besser ausgestattet werden. So sollen mehr Lehrer am Nachmittag eingesetzt werden können, nicht nur für Unterricht, sondern auch für Hausaufgabenbetreuung, Förderstunden und Arbeitsgemeinschaften.

Von einem „Erlahmen der Ausbaudynamik“, wie es in der Bertelsmann-Studie heißt, könne keine Rede sein, sagte Heiligenstadt gestern. Die Untersuchung basiere auf Daten von 2012/13, das jüngste Ausbauprogramm sei darin noch gar nicht berücksichtigt. „Der Ganztagsausbau ist eine Herzensangelegenheit dieser Regierung.“

Während die CDU die Steigerung bei den Ganztagsschulen als Erfolg der früheren schwarz-gelben Regierung ansah, sprach die FDP von einem „Ausbau im Schneckentempo“.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Niedersachsen
Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.