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Pistorius will Lager Friedland entlasten

Flüchtlingspolitik Pistorius will Lager Friedland entlasten

Das Land Niedersachsen will die überfüllten Erstaufnahmeeinrichtungen in Friedland, Bramsche und Braunschweig entlasten. Mit dieser Ankündigung reagierte Innenminister Boris Pistorius (SPD) auf einen Notruf aus dem überbelegten Lager Friedland, in dem 3500 Menschen untergebracht sind.

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In Friedland sind derzeit 3500 Menschen untergebracht.

Quelle: dpa (Archiv)

Friedland . Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat mit Verständnis auf einen Appell zur Entlastung der Erstaufnahmeeinrichtung Friedland reagiert. Die dauerhafte Überbelegung sei für die Ortschaft eine "besondere Belastungsprobe", sagte Pistorius am Freitag in Hannover. Ziel des Landes sei, insbesondere die Erstaufnahmeeinrichtungen in Bramsche, Braunschweig und Friedland weiter zu entlasten, sagte Pistorius. Bis zum Jahresende solle es dazu insgesamt 25.000 Plätze in Notunterkünften geben.

Politiker wie Göttingens Landrat Bernhard Reuter und der evangelische Lagerpastor Martin Steinberg hatten am Donnerstag mit einem "Friedländer Appell" gefordert, die Zahl der 3500 dort untergebrachten Flüchtlinge zu halbieren. Pistorius betonte am Freitag, dass die Belegungszahl in Friedland bereits deutlich verringert worden sei. In der letzten Septemberwoche seien rund 580 Neuankömmlinge in Notunterkünfte weitergeleitet und aus Friedland auf Kommunen verteilt worden. Die Überbelegung in Friedland sei das Ergebnis von historisch hohen Zugangszahlen in ganz Deutschland, "die so niemand erwartet hat oder erwarten konnte", sagte der Politiker. Diese aktuelle Situation müssten Mitarbeiter, Hilfsorganisationen und die Flüchtlinge bewältigen.

In dem Appell hatten die Initiatoren kritisiert, dass die Erstaufnahmeeinrichtung nur für rund 700 Menschen ausgelegt sei. "Die Umstände sind für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Hilfsorganisationen und die Flüchtlinge sehr belastend." Zudem sei die gelebte Willkommenskultur in dem 1200 Einwohner zählenden Ort gefährdet: "Wenn 3500 Menschen auf engem Raum über Wochen und Monate zusammen leben, führt das zu Konflikten, Frust und sozialen Spannungen." 

Pistorius fordert bei Flüchtlingen "Plan B" 

Innenminister Pistorius fordert unterdessen von der Bundesregierung einen "Plan B", falls nicht mehr alle Flüchtlinge untergebracht werden könnten. "Ich erwarte, dass dort zumindest theoretisch der Fall durchgespielt wird, dass die Möglichkeiten der Aufnahme faktisch überschritten werden", sagte Pistorius der "Nordsee-Zeitung". Allein nach Niedersachsen kämen täglich fast 1000 Flüchtlinge. "Da kommen wir mit neuen Plätzen bald nicht mehr hinterher. Der Zustrom muss insgesamt gebremst und besser organisiert werden", sagte der Minister.

Ein großes Problem sei zudem, dass längst nicht alle Flüchtlinge registriert seien, die sich in Deutschland aufhielten. "Wir brauchen dringend ein anderes, besseres und schnelleres Verfahren, damit wir wissen, wer im Land ist und damit wir die Zuteilung und Versorgung verlässlicher organisieren können", sagte Pistorius. Auch über Registrierzentren an den Grenzen müsse deshalb geredet werden. Pistorius geht davon aus, dass bis Jahresende mehr als die bisher erwarteten 800 000 Flüchtlinge nach Deutschland kommen. 

dpa/epd/frs

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