19°/ 12° stark bewölkt

Navigation:
Minister will Namen beschuldigter Betriebe veröffentlichen
Mehr aus Niedersachsen

Betrug mit Bio-Eiern Minister will Namen beschuldigter Betriebe veröffentlichen

Der neue niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer will im Betrugsskandal um falsch deklarierte Eier so schnell wie möglich die Namen der beschuldigten Betriebe veröffentlichen. „Wir prüfen, ob das zulässig ist“, sagte er der HAZ. Unklar ist offenbar noch, ob dafür bereits ein Anfangsverdacht ausreicht.

Voriger Artikel
Niedersachsen fordert Neustart in der Atompolitik
Nächster Artikel
Neue Abschiebung sorgt für Wirbel in Niedersachsen

Christian Meyer will im Betrugsskandal um falsch deklarierte Eier so schnell wie möglich die Namen der beschuldigten Betriebe veröffentlichen.

Quelle: dpa

Hannover . Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen etwa 150 Betriebe aus Niedersachsen. Damit steht jeder fünfte Eierproduzent des Landes unter Verdacht des systematischen Etikettenschwindels.

Den Haltern wird unter anderem Betrug vorgeworfen, weil sie mehr Hühner eingestallt haben sollen als erlaubt. Betroffen sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft sowohl Käfigeier als auch Boden-, Freiland- und Bio-Eier. Die Eier wurden falsch deklariert und teurer verkauft. Bio-Eier sind zum Beispiel 10 bis 15 Cent teurer als etwa Eier aus Bodenhaltung.

„Namhafte Unternehmen“ stehen auf der Liste

Sollte die Liste der Beschuldigten veröffentlicht werden, dürften auch bekannte Größen der Branche unter Rechtfertigungsdruck geraten. Es befänden sich „namhafte Unternehmen“ darauf, hieß es am Montag. So ist nach Informationen der HAZ aus Justizkreisen auch gegen den Vorsitzenden des Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes, Wilhelm Hoffrogge, ein Ermittlungsverfahren eröffnet worden.

Hoffrogge betreibt in Dötlingen im Landkreis Oldenburg einen großen Hof mit Ackerbau, Pferdezucht, Schweinehaltung und Legehennen in Boden- und Freilandhaltung. Der Landwirt ist außerdem Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft. Hoffrogge war am Montagabend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Lindemann weist Vorwürfe zurück

Zuvor hatte er in einem generellen Interview gegenüber der  Nachrichtenagentur dapd von Fehltritten einzelner Halter gesprochen. Diese würden überbewertet. Die Wettbewerber im Ausland böten viel schlechtere Haltungsbedingungen. Zu dem Betrugsvorwurf wollte sich der Geflügelwirtschaftsverband mit Sitz in Oldenburg nicht äußern: „Zunächst einmal muss die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungsergebnisse vorlegen“, sagte Geschäftsführer Dieter Oltmann der HAZ.

Der frühere Agrarminister Gert Lindemann (CDU) wies am Montag den Vorwurf zurück, die Verbraucher seien zu spät informiert worden. „Die Staatsanwaltschaft hat uns um Stillschweigen gebeten. Wir hatten kein Interesse, die Ermittlungen zu stören“, sagte Lindemann. Der Leiter der Staatsanwaltschaft in Oldenburg bestätigt das: „Wir waren bei unseren Durchsuchungen sehr erfolgreich, weil niemand damit gerechnet hat“, sagte Oberstaatsanwalt Roland Herrmann. Wären diese publik geworden, wären wohl Unterlagen vernichtet worden. „Es bestand keine Gesundheitsgefahr, und der finanzielle Schaden für den Einzelnen war relativ gering“, so Herrmann.

Agrarminister Meyer kündigte am Montag weitere Schritte an. So will er auch prüfen lassen, ob den Beschuldigten die Zulassung entzogen werden kann.

Voriger Artikel Voriger Artikel
Nächster Artikel Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Falsch deklarierte Eier
Foto: Bio oder nicht? Landwirschaftsminister Christian Meyer fordert Konsequenzen für die vermeintlichen Bio-Betriebe.

Nach Pferdefleisch in Rinderlasagne wird das Vertrauen der Verbraucher erneut erschüttert: Diesmal sollen Millionen Eier fälschlich als „Bio“ ausgegeben worden sein. Es geht auch um Massenhaltung der Hennen, die Staatsanwaltschaft ermittelt.

mehr
Anzeige
Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.

So sieht das Kabinett der Großen Koalition aus

Welcher Posten wird von welchem Minister besetzt? Und aus welcher Partei kommt er? Ein Blick auf die Ministerstühle.

Anzeige