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Mit den Ferien kommt das Jobende

Vertretungslehrer Mit den Ferien kommt das Jobende

Rund 500 Vertretungslehrern in Niedersachsen droht zum Ende des laufenden Schuljahres die Arbeitslosigkeit. Dies teilte das Kultusministerium in Hannover am Montag mit.

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Rund 500 Vertretungslehrern droht im Sommer dieses Jahres der Gang in die Arbeitsagenturen oder JobCenter.

Quelle: Symbolfoto

Hannover . Rund 500 Vertretungslehrer in Niedersachsen stehen ab Ende Juni ohne Job da. Wenn das Schuljahr endet, läuft auch ihr Arbeitsvertrag aus. Niedersachsen ist nicht das einzige Land, das die sogenannten Feuerwehrlehrer vor den Sommerferien entlässt und danach wieder einstellt. Im vergangenen Jahr hatten sich bundesweit rund 5400 Lehrer arbeitslos gemeldet. Bildungsverbände und Rechnungsprüfer kritisieren seit Langem, dass die Länder einen Teil ihrer Arbeitgeberpflicht auf die Bundesagentur für Arbeit abwälzen.

Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) rechtfertigte sich am Montag: „Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der Schulen, und in den Sommerferien gibt es in der Regel keinen Vertretungsbedarf.“ Angesichts von 86.000 Pädagogen landesweit sei die Zahl der Vertretungslehrer vergleichsweise gering, und man versuche, die Zahl auf ein vertretbares Mindestmaß zu begrenzen, sagte Heiligenstadt. Ohne Feuerwehrlehrer werde es aber nicht gehen. Das Land müsse schließlich flexibel auf Unterrichtsausfall reagieren können, etwa wenn Pädagogen schwanger oder länger als sechs Wochen krank seien. Zudem fänden die meisten Feuerwehrlehrer nach zwei Jahren ohnehin eine feste Anstellung. Ein rechtlicher Anspruch auf eine Festanstellung besteht jedoch nicht.

So berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ von einem Fall, in dem eine Grundschullehrerin 14-mal in Hessen nur einen befristeten Arbeitsvertrag erhalten habe. Zehn Jahre lang musste sie befürchten, auch nach dem Sommer ohne Job dazustehen, da ihr Vertrag immer nur bis zum Ende der Unterrichtszeit lief. Vor Kurzem hatte sie genug von den Kettenverträgen und klagte auf eine Festanstellung. Das Arbeitsgericht Gießen gab ihr im März recht.

Dieser Fall ist in Deutschland offenbar keine Seltenheit. Bei der Bundesagentur für Arbeit meldeten sich im Sommer 2012 zusätzlich rund 5400 Lehrer arbeitslos. Die Behörde analysierte, dass der sprunghafte Anstieg der Arbeitslosigkeit nach dem Ende der Ferien wieder deutlich zurückgehe. Das falle bereits seit Jahren auf. Laut Statistik war im vergangenen Jahr Baden-Württemberg Spitzenreiter. Dort stieg die Zahl der Lehrer ohne Anstellung im August um 1400 Prozent. Auch in Niedersachsen ist das Problem schon seit längerer Zeit bekannt. Vor wenigen Jahren waren noch doppelt so viele Lehrer in den Sommermonaten arbeitslos, wie in der letzten großen Ferienzeit.

GEW-Landeschef Eberhard Brandt forderte für Vertretungslehrer unbefristete Stellen und eine grundsätzliche Bezahlung auch in den Sommerferien: „Vertretung ist eine Daueraufgabe“, sagte der Niedersachse. Ohne vernünftige Arbeitsbedingungen werde man auf dem fast leergefegten Lehrermarkt keine Bewerber mehr finden. Grüne-Bildungsexpertin Ina Korter hat schon vor Jahren angeregt, einen Pool mit festen Vertretungslehrern zu bilden, die an unterschiedlichen Schulen eingesetzt werden.

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