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Niedersachsen Moscheeverband Ditib lenkt im Streit um Imam ein
Nachrichten Politik Niedersachsen Moscheeverband Ditib lenkt im Streit um Imam ein
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11:55 17.02.2017
Yilmaz Kilic, Vorsitzender Islamische Religionsgemeinschaft DITIB. Quelle: dpa

Im Streit um die Besetzung eines Postens im niedersächsischen Landesvorstand des Moscheeverbandes Ditib zeichnet sich ein Kompromiss ab. "Da ist eine Lösung in Sicht, die für alle akzeptabel sein dürfte", sagte der niedersächsische Vorsitzende des Moscheeverbandes, Yilmaz Kilic, am Freitag. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte die Wahl eines von der türkischen Religionsbehörde bezahlten Imams in den Landesvorstand kritisiert. Es wecke Zweifel an der Staatsferne des Landesverbandes, wenn seine Vorstandsstrukturen aus der Türkei kontrolliert würden.

"Der Mann hat sein Amt bei der Religionsbehörde jetzt aufgegeben", erklärte Kilic. Er sei nun Angestellter von Ditib. Weil hatte in seinem Schreiben an Ditib von einer überflüssigen Hürde für die Zusammenarbeit gesprochen und deren rasche Beseitigung angemahnt. Andernfalls müssten bestehende Kooperationen etwa bei der Gefängnisseelsorge oder dem islamischen Religionsunterrichts "einer ernsten Prüfung" unterzogen werden.

Hintergrund: Der Bundesvorstand des Verbandes hatte im Januar überraschend den Imam vorgeschlagen, der dann auch gewählt worden war. Dabei handelt es sich nach Angaben von Kilic um einen jungen Mann, der in Herford Abitur gemacht und dann in der Türkei studiert habe. Keine neuen Erkenntnisse gibt es im Falle eines Imams in Braunschweig, gegen den nach Weils Angaben ein Anfangsverdacht als Spitzel für die Türkei besteht. Er wird verdächtigt, möglicherweise Anhänger der sogenannten Gülen-Bewegung ausspioniert zu haben. Der in den USA lebende Prediger Fethullah Gülen gilt in der Türkei als Staatsfeind, seine Anhänger werden verfolgt.

Ähnliche Spitzelvorwürfe hatte es auch in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gegeben. Ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen den Geistlichen aus Braunschweig gibt es nach Behördenangaben nicht. "Ich habe da auch bisher keine weiteren Informationen bekommen", betonte Kilic. Auch die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die schon vor Wochen wegen der Vorwürfe gegen Ditib-Mitarbeiter Ermittlungen aufgenommen hatte, äußerte sich bisher nicht.

Unter dem Dach der 1984 gegründeten Ditib sind 900 türkisch-islamische Vereine in Deutschland organisiert.

dpa

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