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Der AfD droht der nächste Grabenkampf

Landtagswahl in Niedersachsen Der AfD droht der nächste Grabenkampf

Innerhalb der AfD ist noch am Wahlabend ein neuer Machtkampf aufgebrochen. Im heftig zerstrittenen Landesverband haben mehrere Vorstands-Mitglieder in einem Schreiben einen personellen Neuanfang gefordert. Landeschef Armin-Paul Hampel wollte zu der E-Mail zunächst nichts sagen.

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Kritiker haben die nächste Attacke gestartet: AfD-Chef Armin-Paul Hampel äußerte sich zunächst nicht dazu.

Quelle: Uwe Dillenberg

Barsinghausen. Vor dem ehemaligen Restaurant La Tarantella in Barsinghausen-Kirchdorf standen am Sonntag mehrere Fahrzeuge der Polizei, um bei möglichen Störungen der AfD-Landeswahlparty eingreifen zu können. Doch das war nicht nötig, auf der Straße blieb es ruhig.

Die Stimmung ist mäßig bei der Wahlparty: Nach zweistelligen Wahlerfolgen in anderen Landtagen und bei der Bundestagswahl erhält die niedersächsische AfD weniger Zustimmung. Für den Einzug in den Landtag reicht es dennoch.

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Unruhig wurde es eher im Inneren des Lokals, als rund 60 AfD-Anhänger die erste Prognose von 5,5 Prozent mit verhaltenem Jubel zur Kenntnis nahmen. In den jüngsten Umfragen war die Partei meist mit 6 bis 8 Prozent gehandelt worden, jetzt blieb sie noch darunter. „Der Rückzug von Frauke Petry aus der Bundestagsfraktion hat uns massiv geschadet“, sagte AfD-Landeschef Armin-Paul Hampel. Er könne es verstehen, dass sich Wähler von der Partei getäuscht sähen.

Partei gibt in Niedersachsen zerissenes Bild ab

Auch in Niedersachsen hatte die Partei zuletzt ein zerrissenes Bild abgegeben. Differenzen mit der Spitzenkandidatin Dana Guth wollte Parteichef Hampel nicht leugnen: „Das gibt es in allen Parteien.“ Zudem ist auch Hampel nicht unumstritten: Kritiker werfen ihm einen autoritären Führungsstil, schlechte Informationspolitik und intrigantes Verhalten vor. Am frühen Sonntagabend äußerte sich Hampel noch zuversichtlich, dass die Grabenkämpfe nun beendet seien. Allerdings gebe es nach wie vor Kräfte, die die Partei von innen torpedieren wollten.

Nach dem Wechsel von Elke Twesten zur CDU haben die Niedersachsen am Sonntag einen neuen Landtag gewählt. Das sind die Bilder des Tages.

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Und in der Tat hatten seine Kritiker da längst die nächste Attacke gestartet. Mehrere hochrangige Vertreter der Partei, darunter auch ehemals engste Mitstreiter Hampels, kritisieren Chaos und Fehler im Landesverband und fordern eine sofortige Neuwahl des Landesvorstands. Die E-Mail war kurz vor Schließung der Wahllokale an die Mitglieder herausgegangen.

Parteimitglieder fordern Neuanfang im Landesverband

Die Bundestagsabgeordneten Jörn König, Thomas Ehrhorn und Wilhelm von Gottberg wollen ebenso wie Oliver Westphal, Schatzmeisterin Evi Witerzens, Rolf-Rüdiger Wandtke und Gernd Graune einen Neuanfang für den Landesverband. Ihre Begründung muss den Hampel-Kritikern wie eine Bestätigung vorkommen: „Spätestens seit Juli 2017 wurde erkennbar, dass ohne eine personelle Erneuerung eine zielgerichtete Arbeit des Landesvorstands nicht mehr möglich ist“, heißt es in dem Schreiben. Statt gleichberechtigter Mitbestimmung habe „ein Alleinführungsanspruch nach dem Motto „Divide et impera (teile und herrsche)“ geherrscht. Hampel wollte zu der E-Mail zunächst nichts sagen.„Man muss erst mal prüfen, ob es sich nicht um eine Fälschung handelt.“

Acht Köpfe wird die AfD-Fraktion im Landtag wahrscheinlich zählen, eine Fundamentalopposition um der Fundamentalopposition willen werde die Partei nicht betreiben, sagte Stefan Bothe vom AfD-Kreisverband Lüchow-Dannenberg/Lüneburg. Sie werde konstruktiv mitarbeiten, wenn dies bestimmte Themen zuließen.

Von Heiko Randermann und Michael Zgoll

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