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Niedersachsen Neue Zweifel an der Castor-Genehmigung
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22:37 21.11.2011
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Hannover

Ein Vermerk der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) in Köln sowie eine Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages legen nahe, dass es bei der Bewertung der unterschiedlichen Messwerte am Zaun des Zwischenlagers Unsicherheiten gibt. Die Einlagerung des Atommülls hätte daher möglicherweise nicht genehmigt werden dürfen.

In dem nach einem Fachgespräch im niedersächsischen Umweltministerium am 30. August verfassten GRS-Vermerk, der dieser Zeitung vorliegt, heißt es, die Messungen der Gammastrahlung seien „mit hohen Unsicherheiten verbunden“. Diese Unsicherheiten werden nach Einschätzung der GRS vom Umweltministerium in Hannover „relativ unwissenschaftlich behandelt“. Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages. Demnach wirke die Auswertung der Messergebnisse durch Niedersachsen „wenig überzeugend“ und „unwissenschaftlich“. So fehle etwa eine „kritische Auseinandersetzung mit Unsicherheiten und Fehlergrenzen“. Die atompolitische Sprecherin der Grünen, Sylvia Kotting-Uhl, die den Dienst um eine Beurteilung gebeten hatte, forderte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) auf, zu intervenieren: „Er muss den Murks beenden.“

Im Bundesumweltministerium kann man die Kritik nicht nachvollziehen. „Für uns ist der Bericht der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt vom September maßgeblich“, sagte ein Sprecher am Montag auf Anfrage. Diese habe selbst in Gorleben gemessen und festgestellt, dass der Grenzwert nicht überschritten wird.

Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) erklärte, er sehe keine Möglichkeit, den Transport abzusagen. „Wenn die Grenzwerte eingehalten werden, habe ich keinerlei Spielraum“, sagte Sander dieser Zeitung. Den Vorwurf der Manipulation wies Sander zurück. „Die Messberichte sind zugänglich, es steht alles im Internet. Die Grünen sollten endlich aufhören, die Bevölkerung zu verunsichern.“

Der aus elf Castoren bestehende Transport wird nach Angaben der Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“ am Mittwoch um 14.36 Uhr im nordfranzösischen Valognes starten. Zu erwarten seien längere Zwischenstopps, sodass mit einem Eintreffen in Gorleben nicht vor Sonntag zu rechnen sei. Die Polizeigewerkschaft GdP forderte genaue Messungen der Strahlendosis, der die Polizisten ausgesetzt seien. Den Castor-Transport sollen 19.000 Beamte begleiten.

Margit Kautenburger und Michael B. Berger

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