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Lohne

Neues Heim nimmt bald erste kriminelle Jungen auf


In dem neu entstanden Heim für kriminelle Kinder in Lohne werden in der kommenden Woche die ersten Jungen aufgenommen.

Das einzige geschlossene Heim für kriminelle Kinder in Niedersachsen will in der kommenden Woche die ersten Jungen aufnehmen. Das Caritas-Sozialwerk betreibt die neu entstandene Einrichtung in Lohne im Kreis Vechta. Es gibt dort Platz für insgesamt sieben Jungen zwischen zehn und 14 Jahren. Mit dem ersten geschlossenen Heim für kriminelle Kids setzt die schwarz-gelbe Landesregierung ein Ziel ihres Koalitionsvertrages um.

Am kommenden Montag sei die erste Unterbringung geplant, sagte der zuständige Bereichsleiter des Caritas-Sozialwerks, Reinhard Schwarze, am Dienstag. Bislang seien die Bauarbeiten aber noch nicht ganz abgeschlossen.

Es gebe insgesamt zwei ganz konkrete Anfragen, sagte Schwarze. Dabei handelt es sich um Kinder aus Nordrhein-Westfalen und aus Hamburg. Vorrang habe aber grundsätzlich die Aufnahme von Kindern aus Niedersachsen.

In der geschlossenen Einrichtung werden Jungen untergebracht, die meist mehrfach straffällig geworden sind. Sie sind noch nicht strafmündig und können nicht verurteilt werden.

Das Haus auf einem ehemaligen Kasernengelände ist mit einer rund fünf Meter hohen Mauer umgeben, es herrschen spezielle Sicherheitsvorkehrungen. Zu dem Heim des Caritas-Sozialwerks gehört auch eine angegliederte Schule und ein 280 Quadratmeter großer Innenhof - da die untergebrachten Kinder das Gelände nicht verlassen dürfen.

Zehn Mitarbeiter im pädagogisch-therapeutischen Dienst seien für die Betreuung der Kinder zuständig. Auch ein Psychologe, ein Kinder- und Jugendpsychiater und zwei Lehrkräfte gehörten zum Team.

Er sei selber ein Kritiker der geschlossenen Unterbringung, sagte Schwarze. Dennoch sei ein Bedarf vorhanden für Kinder, die sich selber oder andere massiv gefährdeten. Das Heim wolle den Kindern therapeutische Hilfe und eine klare Orientierung bieten. Vor allem die Grünen im niedersächsischen Landtag hatten das Projekt kritisiert. Das Land investiert in die Einrichtung rund eine halbe Million Euro.

dpa

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