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Niedersachsen Niedersachsen drängt auf strengere Altersfreigabe
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07:57 16.03.2009
Von Dirk Schmaler
Die Suchtgefahr bei Computerspielen steigt. Quelle: David Hecker/ddp
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Allein unter deutschen Neuntklässlern gibt es demnach mehr als 14.000 Jugendliche, die computerspielsüchtig sind. 23.000 weitere gelten als stark suchtgefährdet. Nach Informationen dieser Zeitung will die niedersächsische Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) den suchtgefährdenden Spielen den Kampf ansagen. Das Ziel: Programme, wie das bei Jugendlichen besonders beliebte Online-Rollenspiel „World of Warcraft“, sollen für diese Altersgruppe verboten werden.

Nach dem Amoklauf in Winnenden in der vergangenen Woche stehen Computerspiele in der Kritik. Tim K., der 16 Menschen tötete, spielte offenbar intensiv das Spiel „Counterstrike“. KFN-Direktor Christian Pfeiffer hält es deshalb für möglich, dass auch Tim K. an der Computersucht litt. „Die Anzeichen würden passen“, sagte er gestern.

Die Folgen der Droge Computerspiel sind dramatisch: Die jungen Computerspielsüchtigen schlafen bedeutend weniger als ihre Mitschüler, sie haben oft keine anderen Hobbys, und sie bauen in der Schule ab. Außerdem steigt das Selbstmordrisiko um ein Vielfaches. Für die bundesweit größte Studie dieser Art, wurden in den vergangenen beiden Jahren bundesweit 15 000 Neuntklässler befragt.

15-Jährige in Deutschland spielen an Schultagen im Durchschnitt 130 Minuten lang am Computer – 40 Minuten mehr als noch 2005. Ob ein Jugendlicher auch süchtig wird, hängt aber entscheidend davon ab, welches Spiel er spielt. Vor allem das Online-Rollenspiel „World of Warcraft“ (WoW) – freigegeben ab zwölf Jahren und mit 11,5 Millionen Nutzern weltweit das meistverkaufte Spiel in diesem Genre – berge enormes Suchtpotenzial. Knapp jeder fünfte WoW-Spieler ist der Studie zufolge süchtig oder gefährdet. Auch „Guild Wars“ und Ego-Shooter wie „Counterstrike“ weisen ein erhöhtes Suchtrisiko auf.

Niedersachsens Sozialministerin Ross-Luttmann plant, möglichst schnell die Bewertungskriterien zu ändern, nach denen die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) die Altersfreigabe von Computerspielen festlegt. Sie wird hierzu ein Konzept vorlegen, was dann allerdings noch mit den Ländern abgestimmt werden müsste. Suchtgefährdende Spiele könnten dann nur noch für Erwachsene zu kaufen sein. Die USK prüft bisher nur, ob die Darstellungen von Gewalt und Sexualität mit dem Jugendschutz vereinbar sind.

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