Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Niedersachsen droht Riesenlücke bei Fachkräften

Bis 2025 Niedersachsen droht Riesenlücke bei Fachkräften

Niedersachsen droht bis zum Jahr 2025 der Verlust von mehr als einer halben Million potenzieller Arbeitskräfte. Die demographische Entwicklung werde die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter um rund zehn Prozent auf 4,65 Millionen sinken lassen, rechnete die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Montag vor.

Voriger Artikel
Röttgen will Risiken bei Erdgasförderung untersuchen lassen
Nächster Artikel
Hungerstreik in der JVA Celle
Quelle: dpa

Hannover. „Das entspricht immerhin der Bevölkerung Hannovers“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Klaus Stietenroth. „Wenn wir nichts dagegen tun, bekommen wir ein riesiges Problem.“

Stietenroth präsentierte ein Strategiepapier der Arbeitsagentur mit dem Titel „Perspektiven 2025“. Darin werden zehn Stellschrauben identifiziert, an denen gedreht werden muss, um den sich bereits jetzt abzeichnenden Fachkräftemangel zu bekämpfen. Danach könnten allein bis zu 100.000 zusätzliche Arbeitskräfte bereitgestellt werden, wenn die Zahl der Schul-, Ausbildungs- und Studienabbrecher spürbar sänke. Hier müsse eine Halbierung der Abbrecherquoten das Ziel sein, forderte Stietenroth.

„Das größte Arbeitskräftepotenzial liegt aber bei den Frauen“, betonte der Chef der Regionaldirektion. Würde es gelingen, ihre Erwerbsquote in Niedersachsen von derzeit im Bundesvergleich schwachen 67,5 Prozent auf 80 Prozent zu steigern, könnten dem Markt weitere 100.000 Fachkräfte zur Verfügung gestellt werden. Auch durch eine Steigerung der Beschäftigung im Alter und eine gesteuerte Fachkräftezuwanderung könnten künftig 250 000 Stellen besetzt werden.

Längst nicht alle Handlungsfelder kann die Arbeitsagentur dabei selbst bearbeiten. Stietenroth appellierte deshalb an Land, Kammern und Verbände, die Zusammenarbeit zu intensivieren. Auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) warnte davor, „die Hände in den Schoß zu legen“. Zwar gebe es bereits die Qualifizierungsoffensive des Landes für Ältere und Geringqualifizierte. Man müsse aber verstärkt daran arbeiten, „dass junge Menschen und Betriebe zusammenfinden und Arbeitssuchende ebenso wie Beschäftigte sich passgenau fortbilden und qualifizieren“, sagte Bode dieser Zeitung.

Noch gebe es in Niedersachsen keinen generellen Fachkräftemangel, sagte Stietenroth. Doch immerhin kämen auch jetzt schon auf 276 000 Arbeitslose 50 000 freie Stellen. Und in einigen Berufsgruppen seien Engpässe an der Tagesordnung – etwa bei Elektro- und Metallberufen und Ingenieuren, wo laut Arbeitsagentur nur noch 1,3 bis zwei Arbeitslose auf eine offene Stelle kommen. Noch dramatischer ist die Lage in der Gesundheitsbranche, wo bei den Berufen mit Approbation das Stellenangebot die Zahl der Arbeitslosen bereits übersteigt.

Lars Ruzic

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Demografie-Beirat
Die vier Themenfelder, auf die die Expertenrunde den Fokus legt: Schule, Frauenerwerbstätigkeit, Gesundheit und Bürokratie.

Bis 2030 schrumpft Niedersachsen um fünf Prozent, das sind 400.000 Menschen. Der Anteil der Älteren wächst rapide, die Zahl der Schüler geht stark zurück. Ein Experten-Beirat sucht nun nach Antworten auf die Überalterung im Land.

mehr
Mehr aus Niedersachsen
Kleiner Parteitag der CDU in Niedersachsen

Nach der SPD hat nun auch die CDU in Niedersachsen den Koalitionsvertrag angenommen. Bei einem kleinen Parteitag haben die Christdemokraten in Hannover darüber entschieden. Damit ist der Weg für eine Große Koalition in Niedersachsen frei.

Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr