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22:25 01.08.2011
Quelle: dpa
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Hannover

„Das entspricht immerhin der Bevölkerung Hannovers“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Klaus Stietenroth. „Wenn wir nichts dagegen tun, bekommen wir ein riesiges Problem.“

Stietenroth präsentierte ein Strategiepapier der Arbeitsagentur mit dem Titel „Perspektiven 2025“. Darin werden zehn Stellschrauben identifiziert, an denen gedreht werden muss, um den sich bereits jetzt abzeichnenden Fachkräftemangel zu bekämpfen. Danach könnten allein bis zu 100.000 zusätzliche Arbeitskräfte bereitgestellt werden, wenn die Zahl der Schul-, Ausbildungs- und Studienabbrecher spürbar sänke. Hier müsse eine Halbierung der Abbrecherquoten das Ziel sein, forderte Stietenroth.

„Das größte Arbeitskräftepotenzial liegt aber bei den Frauen“, betonte der Chef der Regionaldirektion. Würde es gelingen, ihre Erwerbsquote in Niedersachsen von derzeit im Bundesvergleich schwachen 67,5 Prozent auf 80 Prozent zu steigern, könnten dem Markt weitere 100.000 Fachkräfte zur Verfügung gestellt werden. Auch durch eine Steigerung der Beschäftigung im Alter und eine gesteuerte Fachkräftezuwanderung könnten künftig 250 000 Stellen besetzt werden.

Längst nicht alle Handlungsfelder kann die Arbeitsagentur dabei selbst bearbeiten. Stietenroth appellierte deshalb an Land, Kammern und Verbände, die Zusammenarbeit zu intensivieren. Auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) warnte davor, „die Hände in den Schoß zu legen“. Zwar gebe es bereits die Qualifizierungsoffensive des Landes für Ältere und Geringqualifizierte. Man müsse aber verstärkt daran arbeiten, „dass junge Menschen und Betriebe zusammenfinden und Arbeitssuchende ebenso wie Beschäftigte sich passgenau fortbilden und qualifizieren“, sagte Bode dieser Zeitung.

Noch gebe es in Niedersachsen keinen generellen Fachkräftemangel, sagte Stietenroth. Doch immerhin kämen auch jetzt schon auf 276 000 Arbeitslose 50 000 freie Stellen. Und in einigen Berufsgruppen seien Engpässe an der Tagesordnung – etwa bei Elektro- und Metallberufen und Ingenieuren, wo laut Arbeitsagentur nur noch 1,3 bis zwei Arbeitslose auf eine offene Stelle kommen. Noch dramatischer ist die Lage in der Gesundheitsbranche, wo bei den Berufen mit Approbation das Stellenangebot die Zahl der Arbeitslosen bereits übersteigt.

Lars Ruzic

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