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Ekel-Kaserne oder nicht?

Nach Zwischenfall Ekel-Kaserne oder nicht?

Nach Beschwerden über angeblich verdreckte Zimmer für Polizeibeamte in der Hamelner Linsingen-Kaserne bemühen sich die Verantwortlichen um Schadensbegrenzung. Der Landkreis Hameln-Pyrmont hat am Montag zu Führungen durch die Kasernengebäude und die Mensa eingeladen. Zuvor hatte sich bereits Innenminister Boris Pistorius entschuldigt.

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Das Land Niedersachsen hat sich bei nordrhein-westfälischen Polizisten für die angebotene Unterkunft während des Besuchs von US-Präsident Barack Obama entschuldigt.

Hannover. Am Wochenende hatten sich Polizeibeamte aus Nordrhein-Westfalen und Bayern mit drastischen Worten über ihre Unterbringung in Niedersachsen beschwert. So soll es auf Matratzen und Bodenbelägen Spuren von Blut, Erbrochenem und Fäkalien gegeben haben.Mehrere Hundertschaften aus beiden Bundesländern sollten während des Einsatzes zum Besuch von US-Präsident Barack Obama in der Kaserne untergebracht werden. Letztendlich übernachtete aber nur ein Teil der Beamten in der Kaserne, die meisten weigerten sich und wurden anderweitig untergebracht.

Aus dem niedersächsischen Innenministerium kam bereits am Sonntag eine Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten. Es habe aber durchaus auch Einsatzkräfte gegeben, die kein Problem damit hatten, in Hameln untergebracht zu sein, heißt es.

Tjark Bartels hält die Darstellung für verzerrt

Landrat Tjark Bartels (SPD) beurteilt die Situation ebenfalls anders als die Polizeigewerkschaften, die die Kritik verbreitet hatten. Zwar habe auch er offensichtliche Reinigungsmängel entdeckt, für die er sich entschuldigte. Zugleich kritisierte Bartels aber auch die Art und Weise, wie sich die Betroffenen zu Wort gemeldet hatten. Die Darstellung sei „massiv verzerrt“. Nach seiner Einschätzung befinde sich die Anlage „insgesamt in einem guten Gesamtzustand“. In der Kaserne waren bis zum Sommer 2014 britische Streitkräfte untergebracht, seit September 2015 ist sie Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge.

Die Beurteilung der Verunreinigungen in den Zimmern geht zum Teil weit auseinander. Während auf den Facebook-Seiten der Deutschen Polizeigewerkschaften Köln und Niedersachsen mehrere Ekel-Bilder kursieren, sind laut Landkreis nur 20 von über 400 Zimmern betroffen. Außerdem sei nur eines von 1000 Bettlaken verdreckt gewesen. Ob es sich bei den verbreiteten Bildern wirklich um Aufnahmen aus Hameln handele, werde untersucht. Auch der Landkreis hat Fotos von Verschmutzungen für den internen Gebrauch gemacht. Zudem seien mehrere Proben von Flecken zur Klärung in ein Labor gegeben worden.

Für die Reinigungsarbeiten in der Kaserne gibt es viele Verantwortliche. Die öffentlichen Bereiche, wie Küche, Toiletten und Flure, würden von einer externen Firma gereinigt, heißt es vom Landkreis. Die Zimmer seien von den Bewohnern selbst gereinigt worden. Nachdem vor etwa eineinhalb Wochen die Anfrage zur Unterbringung von Polzeibeamten eingingen, wurden die Zimmer dann von der Reinigungsfirma und von DRK-Kräften vorbereitet. Laut Ministerium waren die Zimmer von der Polizei Niedersachsen mit Kollegen der anderen Bundesländer besichtigt worden. Bei dieser stichprobenartigen Kontrolle habe es keine Beanstandungen gegeben.

Von Nicole Trodler

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