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Niedersachsen erlaubt Windräder auch im Wald

Landesraumordnungsprogramm Niedersachsen erlaubt Windräder auch im Wald

Der Bau von Windparks in Wäldern ist in Niedersachsen nicht erwünscht – soll künftig aber dennoch unter Auflagen gestattet werden. Dies sieht der Entwurf einer Novelle des Landesraumordnungsprogramms vor, der dieser Zeitung vorliegt. Die Neuerung soll im Jahr 2012 in Kraft treten.

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Im Zuge der Energiewende werden jetzt jedoch auch auf Waldflächen Windkraftanlagen geplant.

Quelle: dpa

Hannover. Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander bestätigte am Dienstag die Existenz des Entwurfs. Gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung betonte der FDP-Politiker, der Bau von Windkraftanlagen im Wald solle aber nur genehmigt werden, „sofern es keine weiteren geeigneten Flächen für die Windenergienutzung im offenen Land gibt“.

Der Wald, der einen Anteil von rund 30 Prozent an der Fläche der Bundesrepublik hat, kam bislang für die Windstromerzeugung nicht infrage. Im Zuge der Energiewende werden jetzt jedoch auch auf Waldflächen Windkraftanlagen geplant. Dabei würden die Windräder die Bäume bei Weitem überragen.

Experten sehen vor allem in Süddeutschland Bedarf an Anlagen dieser Art. In Bayern und Baden-Württemberg wurden bereits rund 100 Rotoren über den Baumwipfeln installiert.

In Niedersachsen gibt es noch keine Windräder in Wäldern. Sander sagte, dies sei auch nicht das Ziel der Landesregierung. Zwar wolle man in Niedersachsen die Windkraftnutzung weiter voranbringen. Dabei gehe es aber in erster Linie um Anlagen vor der Küste und zweitens um das sogenannte Repowering, das Ersetzen alter Windräder durch leistungsstärkere Systeme. Windenergieanlagen auf Waldstandorten kommen nach Einschätzung von Sander nur auf „vorbelasteten Flächen“ infrage. Dazu zählten etwa Wälder, die durch Stürme zerstört wurden oder die als Truppenübungsplätze oder als Monokulturen genutzt wurden.

Die Anlagen müssen mehr als 120 Meter hoch sein, denn direkt über den Baumwipfeln behindern Verwirbelungen die optimale Windausbeute. Experten des TÜV-Süd sehen in den Waldstandorten keine besondere Bedrohung der Vogelwelt. Auch die Umweltverbände befürchten keine großen Schäden. Konflikte mit Naturschützern seien dennoch nicht zu vermeiden, räumt eine Sprecherin des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) ein. „Windparks in Nutzwäldern sind aber vertretbar, wenn Natur- und Vogelschutzgebiete ausgeschlossen bleiben.“

Auch die Grünen in Niedersachsen halten ein generelles Verbot in Wäldern für verfehlt. Fraktionsvize Christian Meyer verweist auf die Verantwortung der Landkreise. Diese müssten Nutzungsinteressen abwägen und Vorranggebiete ausweisen.

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