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Neues Portal prangert Energie-Betrug an

Niedersachsen startet Marktwächter-Portal Neues Portal prangert Energie-Betrug an

Vertragsabschlüsse am Telefon, nicht gezahlte Prämien oder falsche Abrechnungen - manche Energieversorger arbeiten mit dubiosen Praktiken. Niedersachsen hat zusammen mit der Verbraucherschutzzentrale eine Anlaufstelle eingerichtet, die Beschwerden sammelt und Firmen abmahnen und verklagen kann.

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Der Marktwächter Energie will in Niedersachsen dubiose Geschäftspraktiken von Energieversorgern aufdecken und öffentlich an den Pranger stellen.

Quelle: Michael Probst

Hannover. Rund 1100 Stromanbieter gibt es derzeit auf dem deutschen Markt. Der dadurch entstehende Wettbewerb sei grundsätzlich eine sehr positive Sache, meint Petra Kristandt, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. "Im Schatten der vielen seriösen Anbieter treten aber immer wieder schwarze Schafe in Erscheinung." In den Beratungsstellen der Verbraucherschutzzentralen in Niedersachsen gebe es immer wieder Beschwerden über falsche Abrechnungen, unlautere Werbung oder Haustürgeschäften.

Diese Beschwerden seien bislang nicht gesammelt und ausgewertet worden, so Kristandt. Das will jetzt der Marktwächter Energie übernehmen, ein Stab von vier Mitarbeitern der Verbraucherschutzzentrale, der vom Land mit 250.000 Euro finanziert wird. Ziel sei es zu erkennen, ob eine bestimmte Masche eines Anbieters systematisch angewandt werde, so Kristandt. "Der Marktwächter ist damit eine Art Frühwarnsystem."

Allerdings soll der Wächter nicht nur Alarm schlagen, sondern auch handeln können. Auf der Homepage www.marktwaechter-energie.de werden Erkenntnisse gesammelt und veröffentlicht. Aktuell werben beispielsweise viele Anbieter mit Prämien: Wer wechselt, soll einen Bonus von bis zu 200 Euro auf die Stromrechnung bekommen. Diese Boni würden aber nicht immer ausgezahlt werden, warnt Kristandt. Der Marktwächter würde die Beschwerden auswerten und habe auch die Möglichkeit, Firmen abzumahnen und sogar zu verklagen. Außerdem würden die Namen der betroffenen Anbieter auf der Homepage veröffentlicht. "Das muss sein, sonst entsteht nicht der nötige Druck", sagt Kristandt. Auch, wenn eine Firma ihr Verhalten zum Positiven ändere, werde das auf der Homepage öffentlich gemacht.

"Das ist ein Schritt zu mehr Verbraucherschutz in Niedersachsen", sagte Christian Meyer (Grüne), der als Landwirtschaftsminister auch für das Thema Verbraucherschutz zuständig ist. Letztlich funktioniere der Marktwächter nur, wenn die Bevölkerung mitmache. "Wir brauchen Hinweise der Verbraucherinnen und Verbraucher", sagte Meyer.

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