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Niedersachsen hat eine neue Schuldebatte

Bildungspolitik Niedersachsen hat eine neue Schuldebatte

Vor dem Hintergrund der laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU in Niedersachsen fordern Bildungsverbände und Elternvertreter klare Weichenstellungen in der Schulpolitik. Neben der Inklusion geht es auch um die Schullaufbahnempfehlung.

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Hannover. Der Philologenverband und die Elternvertreter an Gymnasien sprechen sich für die Wiedereinführung der Schullaufbahnempfehlung am Ende der Grundschulzeit aus. Das wird wiederum vom Landeselternrat und den meisten anderen Verbänden abgelehnt.

Die Schullaufbahnempfehlung, bei der jedes Kind von seinen Lehrern bescheinigt bekommt, ob es für Haupt-, Realschule oder Gymnasium geeignet ist, wurde von der noch amtierenden rot-grünen Landesregierung abgeschafft. Die CDU hat im Wahlkampf versprochen, die Empfehlung wieder einzuführen.

Beratungsgespräche seien "reine Augenwischerei"

Horst Audritz, Vorsitzender des Philologenverbands in Niedersachsen, unterstützt die CDU-Forderung. „Es ist Realität, dass Kinder das Gymnasium besuchen, die eher für eine Realschule oder eine Hauptschule geeignet sind“, sagte Audritz. Die stattdessen eingeführten Beratungsgespräche zwischen Eltern und Lehrern seien „reine Augenwischerei“.

Auch der Verband der Elternräte der Gymnasien wünscht sich den klaren Fingerzeig der Lehrer zurück. „Die Schullaufbahnempfehlungen waren eine ganz wichtige Orientierungshilfe für Eltern“, sagt Geschäftsführerin Petra Wiedenroth. Sie forderte CDU und SPD darüber hinaus auf, einen Bestandsschutz für Gymnasien in den Koalitionsvertrag zu schreiben und die Unterrichtsversorgung in Niedersachsen zu verbessern.

Abschaffung der Empfehlungen

Der Landeselternrat lehnt dagegen eine Rückkehr zur Schullaufbahnempfehlung klar ab. „Wir haben lange dafür gekämpft, dass die Empfehlungen abgeschafft werden“, sagte der Vorsitzende Mike Finke der HAZ. Die nun üblichen Beratungsgespräche zwischen Eltern und Lehrern seien sinnvoller, zumal auch die Laufbahnempfehlung keinen weisenden Charakter gehabt hätte: Am Ende hätten allein die Eltern entschieden, wo sie ihr Kind hinschicken würden.

Auch die Lehrergewerkschaft GEW lehnt die Wiedereinführung der Schullaufbahnempfehlung ab. Diese hätte einen großen Druck auf die Grundschulkinder ausgeübt, so die Vorsitzende Laura Pooth. Das Schriftstück habe zudem nur den Zweck gehabt, Kinder bei fehlender Leistung schneller vom Gymnasium auf die Realschule versetzen zu können.

Lehrermangel in den Griff bekommen

Zudem fordern alle Verbände von CDU und SPD mehr Anstrengungen, um die Qualität an Schulen zu verbessern. So fordern der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL), der Verband Bildung und Erziehung (VBE) wie auch die GEW, die Mindestbesoldung für Lehrer auf A 13 (Eingangsstufe: 3845 Euro) anzuheben.

Außerdem sollten Ganztagsbetrieb und Inklusion weiter ausgebaut werden, fordert die GEW. Der Berufsschullehrerverband will zudem, dass mehr Nachwuchspädagogen angeworben werden, um den Lehrermangel in den Griff zu bekommen. „Der Quereinstieg darf als Sonderform der Lehrkräftegewinnung nicht zum Regelfall werden“, heißt es in einer Erklärung.

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