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Schulreform

Niedersachsen plant eine „Oberschule“


Niedersachsen steht vor der nächsten Schulreform: Die schwarz-gelbe Landesregierung will die Haupt- und die Realschule zu einer neuen Schule zusammenlegen.
Existenzgarantie für das Gymnasium – oder nur für die neue „Oberschule“? Kultusminister Bernd Althusmann mit Grundschülern in Hannover.

Existenzgarantie für das Gymnasium – oder nur für die neue „Oberschule“? Kultusminister Bernd Althusmann mit Grundschülern in Hannover.

© Martin Steiner

Dies neue Schule wird voraussichtlich den Namen „Oberschule“ tragen, wie am Wochenende aus Koalitionskreisen bekannt wurde. Möglich sei zudem die Angliederung eines Gymnasialzweiges an die neue „Oberschule“. Allerdings sollen die bisher 256 niedersächsischen Gymnasien in ihrem Bestand keinesfalls bedroht werden.

Auf die Eckpunkte für die Schulreform haben sich Koalitionsspitzen bereits verständigt, am Montag wollen CDU und SPD erste Beschlüsse fassen. Am Dienstag trifft sich Kultusminister Bernd Alt husmann (CDU) dann mit den kommunalen Spitzenverbänden, der Opposition und Verbänden zum sogenannten Bildungsgipfel.

Die Koalition sieht sich wegen des demographischen Wandels zur Reform der Schulstrukturen gezwungen. In den nächsten zehn Jahren sollen die Schülerzahlen in Niedersachsen um 230.000 auf 700.000 sinken – in vielen Städten und Lankreisen bluten die Hauptschulen aus, an den Gymnasien dagegen herrscht Gedränge. Auch andere Bundesländer haben auf das Problem bereits mit der Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen reagiert, die schwarz-gelbe Landesregierung hatte sie bislang immer mit dem Argument abgelehnt, man müsse die Hauptschule stärken. Außerdem wehren sich die Realschulen gegen die Zusammenlegung. „Die neue Schulform ist nicht zukunftsfähig“, warnte der Verband der Realschullehrer.

Bisher ist in Niedersachsen die Dreiteilung in Gymnasium, Real- und Hauptschule im Schulgesetz vorgeschrieben, Integrierte Gesamtschulen (IGS) dürfen nur als ergänzendes Angebot eingerichtet werden. Die Kommunalverbände verlangen nun, die Hürden für die Gründung einer IGS zu senken und diese auch alternativ zum gegliederten Schulwesen zuzulassen. Nur so seien Schulen künftig noch wohnortnah möglich. Bei der Landtagsopposition hat das IGS-Modell, also ein Unterricht unter weitgehendem Verzicht auf Leistungsdifferenzierung, die meisten Anhänger. Auch die Gewerkschaft GEW und der Landeselternrat teilen diese Ansicht.

Wie genau die Koalition ihr Schulsystem ordnen soll, ist am späten Sonntagabend ausgelotet worden. Kultusminister Althusmann will die IGS auch mit vier parallelen Klassen zulassen (bisher sind fünf vorgeschrieben, was eine hohe Hürde ist). Starke Kräfte in der FDP beharren aber auf der Fünfzügigkeit. Möglich ist ein Kompromiss, der vier parallele Klassen in Ausnahmefällen in jenen Regionen mit starkem Schülerrückgang ermöglicht.

Saskia Döhner und Klaus Wallbaum

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