Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Zehnte Anlaufstelle für Straffällige errichtet
Nachrichten Politik Niedersachsen Zehnte Anlaufstelle für Straffällige errichtet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:33 05.09.2017
Symbolbild Quelle: dpa
Anzeige
Delmenhorst

In der kurzen Zeit ihres Aufenthaltes könne der Grundgedanke der Resozialisierung nicht verwirklicht werden. „In solchen Fällen schadet die Haft.“

Träger der Straffälligenhilfe sind das Diakonische Werk, die Caritas, der Paritätischen Wohlfahrtsverband. Der oldenburgische Diakonie-Referent Kai Kupka sagte, viele Verurteilte seien mit der Zahlung der Geldstrafe schlicht überfordert. „Gerade sie nehmen unser Angebot sehr gerne an.“ Oftmals könnten die Betroffenen auch in anderen Bereichen beraten werden.

Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Justizministeriums landesweit 1.923 zu Geldstrafen Verurteilte durch die Anlaufstellen betreut. Rund ein Viertel der Betreuungen sei erfolgreich abgeschlossen, knapp drei Viertel seien teilweise erfolgreich, hieß es. Gescheitert seien lediglich 2,4 Prozent der Beratungen.

Verurteilte, die ihre Geldstrafen nicht bezahlen können, müssten in der Regel sogenannte Ersatzfreiheitsstrafen verbüßen. Anstelle eines Tagessatzes gelte ein Tag Freiheitsstrafe. Die daraus folgenden kurzen Freiheitsstrafen und die damit entstehenden Haftkosten stünden häufig nicht im Verhältnis. Im vergangenen Jahr hätten durch die Anlaufstellen rund vier Millionen Euro an Haftkosten eingespart werden können. Zudem überwiesen die Stellen fast 500.000 Euro an die Staatsanwaltschaften.

Seit 2010 gibt es den Angaben zufolge Anlaufstellen, die das Projekt „Geldverwaltung statt Vollstreckung von Ersatzfreiheitsstrafe“ anbieten. Um die Haftstrafe zu vermeiden, ermittelten die Berater mit den Verurteilten eine tragbare Ratenhöhe, die sie den Staatsanwaltschaften vorschlagen. Mit dem neu hinzugekommenen Landgerichtsbezirk Verden gibt es nun in zehn von insgesamt elf Landgerichtsbezirken derartige Anlaufstellen.  

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Untersuchungsausschuss zur Vergabe-Affäre in Niedersachsen hat die Ex-Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, Daniela Behrens (SPD), die Aussage verweigert.

05.09.2017
Niedersachsen Niedersächsische Landespartei - Parteifreund zeigt AfD-Chef Hampel an

Wieder Ärger für den niedersächsischen AfD-Vorsitzenden Armin Paul Hampel: Sein Parteifreund Bodo Suhren, stellvertretende Bundesschatzmeister der AfD, hat ihn wegen Verleumdung und übler Nachrede angezeigt. Dabei geht es unter anderem um "exorbitante Mehrkosten für Alkohol".

04.09.2017

Mit einem "Brandbrief" geht der Streit um das geplante Naturschutzgebiet an Elb- und Wesermündung in eine neue Runde. Dieser kam von den Bürgermeistern aus Hamburg und Bremen und war an ihren Parteikollegen Stephan Weil adressiert.

Volker Goebel 07.09.2017
Anzeige