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08:18 21.12.2015
Erst vor wenigen Tagen wurden mehr als 100 abgelehnte Asylbewerber am Flughafen Langenhagen in einen Flieger in den Kosovo gesetzt. Quelle: Surrey
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Hannover

Das geht aus einer Aufstellung des Bundesinnenministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Bereits in den Vorjahren war die Zahl der Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber aus Niedersachsen Jahr für Jahr gestiegen. Bundesweit wurden bis Ende November 18 363 Menschen abgeschoben, im gesamten Vorjahr waren es 10 884 gewesen.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte angekündigt, das Ende Oktober in Kraft getretene Asylverfahrensgesetz konsequent zu nutzen. Abschiebungen werden nach der neuen Regelung nicht mehr vorher angekündigt, und die Liste der "sicheren Herkunftsländer" wurde um Albanien, Kosovo und Montenegro erweitert. Hintergrund ist der große Flüchtlingszuzug. Laut Innenministerium in Hannover hatte es bis Ende November 940 Abschiebungen gegeben. Darunter sind aber auch solche Menschen, die nicht in ihre Heimatländer zurückmussten, sondern in Staaten abgeschoben wurden, in denen sie zuerst europäischen Boden betreten hatten.

Bayern schickte laut der Statistik bis Ende November mehr als dreimal so viele abgelehnte Asylbewerber (3643) zurück in die Heimat als im gesamten Vorjahr (1007). Auch in Hessen verdreifachte sich die Zahl nahezu - auf 2306, nach 829 im vergangenen Jahr.

Einige Länder hatten ihre Bemühungen, abgelehnte Asylsuchende heimzuschicken, in den vergangenen Monaten deutlich verstärkt. Bis Ende April hatte die Zahl der Abschiebungen bundesweit noch bei 4508 gelegen, Ende Juni waren es dann bereits 8178 und Ende August 11 522.

dpa

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