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Etat

Niedersachsen
 setzt bei Bildung 
den Rotstift an

Noch Ende Januar hatte Niedersachsens Landesregierung erwogen, bei der bevorstehenden Sparrunde das Kultus- und das Hochschulressort auszuklammern. Inzwischen aber steht fest: Auch diese beiden Ministerien müssen für den Etat des kommenden Jahres den Rotstift ansetzen.

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Schüler fordern gute Bildung.

Schüler fordern gute Bildung.

© Wallenwein (Archiv)

Wie diese Zeitung am Freitag erfahren hat, beträgt die Summe der Kürzungen in beiden Ministerien zusammen bis zu 150 Millionen Euro. Noch ist unklar, wo genau weniger Geld ausgegeben werden soll.

Allein das Kultusministerium, dessen 4,7-Milliarden-Etat zum überwiegenden Teil aus Gehältern der Lehrer besteht, soll im kommenden Jahr zwischen 50 und 100 Millionen Euro an den Finanzminister abliefern. Die spannende Frage wird nun sein, ob Ministerin Elisabeth Heister-Neumann frei werdende Lehrerstellen nicht wiederbesetzen will. Würden etwa 1000 Lehrer keinen Nachfolger bekommen, so könnte dies den Kultus-Etat um rund 45 Millionen Euro entlasten. Der Landesrechnungshof rät dazu schon seit Längerem – weil die Schülerzahlen zurückgehen, vor allem in den Grundschulen, könne sich das Land auf Dauer nicht die höchste Lehrerzahl aller Zeiten leisten. Klar scheint auch zu sein, dass in der Finanzplanung bis 2020 rund 7000 Lehrerstellen wegfallen sollen.

In den kommenden drei Jahren jedoch will die Regierung hier maßvoll vorgehen und nicht benötigte Stellen vorwiegend dazu nutzen, die Qualität des Unterrichts zu verbessern und die Klassen zu verkleinern. Deshalb wird über andere Wege nachgedacht, das Geld zu erwirtschaften – Kürzungen bei Kindergärten und bei Schul-Sozialarbeitern, verzögerte Neubesetzung von Schulleiterstellen, Einschnitte in der Verwaltung und bei der Schulinspektion, die die Schulen beraten soll. Auch könnte die geplante Führungsakademie für Lehrer vertagt werden.

Während im Kultusressort schon eifrig an Lösungen gearbeitet wird, liegen aus dem Wissenschaftsressort noch keine Vorschläge vor. Entschieden werden soll in der Klausurtagung des Kabinetts im Juni, bei der der Haushaltsplan für 2011 aufgestellt wird.

In den anderen Ministerien wird über verschiedene Projekte debattiert, die geopfert werden oder schrumpfen könnten – der Innovationsfonds etwa, die Sportförderung, der große Fahrzeugpark im Innenministerium, die Steuer- und die Bauverwaltung oder Standorte des Landesamtes für Soziales. Der Maßregelvollzug könnte an einem Standort konzentriert werden, Zuschüsse für Frauenhäuser, Umweltgruppen, Theater und soziale Initiativen stehen auf der Kippe. Auch das vom Ministerpräsidenten befürwortete Museum für die Schöninger Speere, für das 15 Millionen Euro fließen sollen, hat Kritiker.

Die Streichliste der Ministerien dürfte aber gerade mal 345 Millionen Euro bringen, während der Bedarf an Kürzungen im kommenden Jahr um noch einmal eine Milliarde Euro größer ist.

[Klaus Wallbaum]

  • Rotstift in der Bildung schorsch – 08.03.10
    Unser Landtag handelt mit großer Weitsicht, wenn er einerseits zulassen wird, die Ausgaben für die Schulen, für den Unterricht der Kinder zu kürzen und gleichzeitig für einen ebenso hohen Betrag den Plenarsaal des Landtages neu bauen will.
    Ich sehe schon die Prozessionen mäßig ausgebildeter Schüler zum Landtag vor mir, die dem Gesetzgeber auf ihre Weise dafür danken wollen, daß sie eben weiterhin ein wenig schlechtere Bildungsvoraussetzungen haben.
    Was schert und Pisa, wenn der Landtag nur repräsentativ ist, repräsentativer und gläserner als bisher ....
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  • Rotstift = Totstift Brokate – 07.03.10
    Wenn uns die Entwicklung der Wirtschaft (im Boom und in der Krise) eines gezeigt haben sollte, dann dass wir immer mehr sehr gut qualifizierte Menschen brauchen, um unsere innovationsgetriebenen Unternehmen am Weltmarkt erhalten zu können. Wer jetzt bei der Bildung den Rotstift ansetzt, der verursacht die nächste Wirtschaftskrise und ruiniert unsere Betriebe.
    www.volksbegehren-schulen.de
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  • Macht Sinn Rubber Duck – 06.03.10
    Wenn das Volk zu schlau würde könnte es sonst eines Tages womöglich merken wie es von den Regierenden verarscht wird.
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  • Arm und elend sind wir ... Maeelmann – 06.03.10
    "Arm und elend sind wir. Wenn wir jetzt auch noch dumm werden, können wir aufhören, ein Staat zu sein." - Das soll der dänische König Christian VIII. Friedrich (1786 - 1848) als Entgegnung auf den Einspruch des Finanzministers gegen die Erhöhung des Bildungsetats gesagt haben.
    Wir in Niedersachsen, vielmehr unsere Kinder, dürfen nach den Vorstellungen der Landesregierung dann wohl lieber dumm bleiben, als jetzt vernünftige Lernbedingungen für eine erfolgreiche Zukunft zu bekommen.
    Passt scho.
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  • Keine Investition in die Zukunft! devnet – 06.03.10
    Schon jetzt ist in einigen Problemstadtvierteln kein "Unterricht" mehr möglich, vielmehr kann er sich nur noch zum Schein an irgendwelchen Rahmenrichtlinien orientieren; der Alltag für die Pädagogen besteht stattdessen aus der "Klärung" von "Der hat meine Mutter beleidigt-" und "Hurensohn-" Konflikten. Bei solchen Schülern, die sicherlich individuell Opfer einer Integrationspolitik sind, die nicht stattgefunden hat, verspricht auch eine kleinere Klassenstärke keine Erleichterung. Hier braucht es massiv Lehrer, Sozialarbeiter und - leider auch schon jetzt - Sicherheitsdienste.
    Hier zu sparen bedeutet, in absehbarer Zeit sehr viel mehr Geld in Sicherheitsdienste, Polizei und Strafvollzug investieren zu müssen. Dass der Beruf des Lehrers langsam "lebensgefährlich" wird, scheint auch nicht wirklich zu interessieren.
    Gut nur, dass es Privatschulen und bald wohl auch "bewachte" Wohnviertel gibt. Da wohnen dann die Politiker und ihre Freunde, die Finanzmanager, Autobauer und "global player".
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  • Fast wie Zauberei ABzee – 06.03.10
    "Würden etwa 1000 Lehrer keinen Nachfolger bekommen, so könnte dies den Kultus-Etat um rund 45 Millionen Euro entlasten. Der Landesrechnungshof rät dazu schon seit Längerem"

    Ja, da wurde geschickt vorgesorgt: Im ersten Schritt wurde die zulässige Schülerzahl pro Klasse erhöht - ergänzt um Erlasse, die zur verstärkten individuellen Betreuung verpflichteten, im zweiten braucht man so (oh Wunder) weniger Lehrer.
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  • Bildungsstreik 2010 autor – 06.03.10
    diese planungen sind eine große frechheit gegenüber allen schülern, lehrkräften und eltern!

    leute, lasst euch das nicht gefallen!

    kommt alle am 9. Juni zum bundesweiten Bildungsstreik!
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