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Niedersachsen Brauchen Grundschüler Zensuren?
Nachrichten Politik Niedersachsen Brauchen Grundschüler Zensuren?
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00:21 27.07.2014
Von Kristian Teetz
Zensuren an Grundschulen sind ein Streitthema unter Eltern, Lehrern und Politikern. Quelle: dpa
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Hannover

Das sieht die Koalitionsvereinbarung vor, sagt ein Sprecher des Kultusministeriums. Einen Zeitpunkt für diese Änderung hat Rot-Grün noch nicht festgelegt.
Damit stünde Niedersachsen in einer Reihe mit Schleswig-Holstein, wo ab dem neuen Schuljahr keine Zensuren mehr verteilt werden. Die niedersächsische Landesregierung will zudem die Empfehlungen für die weiterführenden Schulen abschaffen. Eine entsprechende Änderung sei im Zuge der umfassenden Novelle des Landesschulgesetzes vorgesehen, sagt der Sprecher weiter.

Es gehe darum, den Elternwillen bei dem Übergang auf eine weiterführende Schule stärker in den Fokus zu rücken und Eltern im Vorfeld einer Entscheidung noch besser zu unterstützen, sagt der Sprecher. „Ich rechne damit, dass der Referentenentwurf nach den Sommerferien vorliegt“, sagt die bildungspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Ina Korter. Schon heute ist die Schullaufbahnempfehlung nicht verpflichtend, sodass Eltern bei der Schulwahl eigenverantwortlich entscheiden können.

Das Bildungsministerium in Schleswig-Holstein hat bereits zum August eine entsprechende Verordnung erlassen. Zensuren seien weder objektiv und verlässlich, noch differenziert und leistungsmotivierend, sagt die Bildungsministerin des nördlichen Bundeslandes, Waltraud Wende. Außerdem hat die Ministerin die Schullaufbahnempfehlungen abgeschafft. Sie werden durch einen Entwicklungsbericht und ein Elterngespräch ersetzt.

Zensuren an Grundschulen sind ein Streitthema unter Eltern, Lehrern und Politikern. Die einen fürchten, dass die Noten den Kindern die Motivation nehmen. Für die anderen sind sie Ausdruck einer objektiven Leistungsbeurteilung.

Auch die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert das Aus für die Benotung an Grundschulen. „Wir wollen, dass die Zensuren in der gesamten Grundschulzeit abgeschafft werden“, sagte Monika de Graaff von der Landesfachgruppe Grundschulen der GEW. Stattdessen sollten die Lehrer mit den Kindern und deren Eltern reden und Stärken und Schwächen der Schüler aufzeigen. Zudem müssten schriftliche Berichte über den Leistungsstand der Kinder verfasst werden. Für die Lehrer bedeute dies zwar Zusatzarbeit, sagte de Graaff. „Aber so ist das in der Pädagogik: Alles was gut ist, macht Mehrarbeit.“ Auch der Verband Bildung und Erziehung plädiert für ein Ende der Zensuren. „Es ist nicht so, dass wir keine Leistungskontrollen wollen“, betonte die Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer. Aber Berichte könnten den Schülern nachhaltiger Anregungen geben, ihre Leistungen zu verbessern.

Die CDU hingegen lehnt eine Änderung des Benotungssystems ab. „Wir halten die Abschaffung von Grundschulzensuren für grundsätzlich falsch“, sagte der schulpolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Kai Seefried. Noten seien das bewährteste und transparenteste System zur Leistungseinschätzung.

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