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Niedersachsen Wissenschaftskooperation in den Iran ausgebaut
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14:11 16.04.2016
Nach einer diplomatischen Eiszeit: Niedersachsen und Iran bauen Wissenschaftskooperation aus Quelle: dpa (Archiv)
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Teheran

Nach dem Ende der internationalen Handelssanktionen sollen auch die wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Niedersachsen und dem Iran wieder intensiviert werden. Dazu haben am Samstag in Teheran Vertreter der Technischen Universität Braunschweig und der Ostfalia Hochschule Wolfenbüttel mit der Universität Teheran einen neuen Kooperationsvertrag unterzeichnet.

"Es gibt eine lange Freundschaft zwischen Deutschland und dem Iran. Aber wir wissen auch, dass das politische Verhältnis in den vergangenen Jahren abgekühlt war", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nach der Unterzeichnung im Iranischen Forschungszentrum für Wissenschaft und Technologie (IROST).

Beide Länder hätten nun die Chance, eine neue Phase der Kooperation zu starten. Die neue Partnerschaft der Hochschulen sei ein gutes Beispiel für die vielen neuen Chancen. "Ich hoffe, dass beide Länder gleichermaßen davon profitieren werden." Von iranischer Seite nahm der Vize-Wissenschaftsminister an der Feierstunde teil.

Weil hatte am Freitag seine fünftägige Iran- Reise begonnen. Er ist damit der erste Ministerpräsident aus Deutschland, der nach dem Ende der Handelsbarrieren im Januar die Islamische Republik besucht. Ziel der Reise ist es, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern wieder zu verbessern. Im Zuge der jahrelangen Beschränkungen hatten viele wirtschaftliche und wissenschaftliche Beziehungen auf Eis gelegen.

Am Nachmittag wollte Weil sich mit dem ehemaligen iranischen Staatspräsidenten Akbar Haschemi Rafsandschani treffen. Der Ajatollah und Unternehmer ist einer der einflussreichsten und reichsten Iraner. Rafsandschani ist seit 1997 Vorsitzender des iranischen Schlichtungsrates.

Dieser hat die Aufgabe, zwischen dem Parlament und dem sogenannten Wächterrat zu vermitteln. Er wird immer dann angerufen, wenn der Wächterrat ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz wegen fehlender Islamkonformität zurückgeweist, das Parlament aber auf der Notwendigkeit des Gesetzes besteht.

dpa

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