Navigation:
HAZ-Shop AboPlus Online-ServiceCenter
Integration

Niedersachsen will ab 2010 Imame ausbilden


Niedersachsen betritt Neuland: Ab dem kommenden Jahr will das Bundesland muslimische Geistliche ausbilden. Damit soll auch die Gefahr von Hasspredigten eingeschränkt werden.

Bisher kämen die Imame - Vorbeter in muslimischen Gemeinden - meist aus der Türkei, blieben nur drei Jahre und seien schlecht integriert, sagte Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Montag in Hannover. Er will mit einer Ausbildung deutschsprachiger Imame auch die Gefahr von Hasspredigten in Moscheen eindämmen. Ein Weiterbildungsstudiengang soll zum Wintersemester 2010 an der Universität Osnabrück angeboten werden.

Eine Imam-Ausbildung an deutschen Hochschulen sei für eine bessere Integration von Muslimen von enormer Bedeutung, sagte Innenminister Schünemann. „Da müssen wir voranschreiten.“ Schünemann gibt den Vorsitz der vor einem Jahr eingeführten Integrationsministerkonferenz im Oktober an Nordrhein-Westfalen ab.

Bisher kümmert sich eine Arbeitsgruppe, zusammengesetzt aus Vertretern verschiedener Ministerien, um das Projekt in Niedersachsen. Auch Moscheevereine zeigen laut Schünemann Interesse daran, in Deutschland ausgebildete, deutschsprachige Imame einzusetzen. Im Oktober werde es Gespräche mit muslimischen Verbänden über das Vorhaben geben, kündigte der Minister an. Wissenschaftler aus Osnabrück, Braunschweig und Göttingen seien daran beteiligt. Später soll neben einem Weiterbildungsstudiengang auch ein Bachelor-Abschluss möglich sein.

Zudem soll der Erfolg der Integration von Menschen aus Zuwandererfamilien künftig klarer gemessen werden. Dazu hatte sich die Integrationsministerkonferenz auf 28 Indikatoren geeinigt. In einer ersten Modellphase sollen Niedersachsen und fünf andere Bundesländer die Bewertungsmaßstäbe - etwa frühkindliche Bildung und Sprachförderung - testen. Mit den Indikatoren sollen die Integrationsfortschritte der Bundesländer verglichen werden.

Schünemann verteidigte zudem die umstrittenen verdachtsunabhängigen Moscheekontrollen in Niedersachsen besonders vor der Bundestagswahl. In anderen Bundesländern gibt es solche Polizeiaktionen nicht, bei denen Ausweise und Taschen der Moscheebesucher kontrolliert werden. Schünemann sagte, er wolle anderen Ländern aber von den guten Erfahrungen aus Niedersachsen berichten. Das „ein oder andere Land“ werde dann ins Grübeln kommen und sich überzeugen lassen, dass die Kontrollen sinnvoll seien.

Schünemann hatte die verstärkten Aktionen mit der Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus begründet. Bei Datenschutz- und Integrationsbeauftragten stoßen die verdachtsunabhängigen Moscheekontrollen aber auf Kritik. Die Grünen sprachen von Schikane und sehen Muslime unter Generalverdacht gestellt.

lni

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel
  • Deutschland ist ein freies Land dincer-89 – 13.12.10
    also, Deutschland ist ein freies land wo jeder seine Religion frei nach Wahl ausleben und praktizieren kann. wenn man sagt, dass türkische Muslime nicht integriert sind frage ich mich was man zu menschen sagen sollte, die solche Kommentare wie SIE haben...
  • na das fehlt ja gerade noch.... Zuppy – 14.09.09
    Na super, es ist unverständlich wie eine Landesregierung sich auf Irrwegen immer weiter verläuft.

    Die Ausbildung von Imanen. So weit kommt es noch. Schenkt ihnen doch am besten noch die niedersächsischen Kirchen beider Konfessionen, die sind ja sowieso fast immer leer und ungenutzt.

    Damit wir alle schön zum Muslimen mutieren. Die sollen sich in Summe erstmal in die Leistungsgesellschaft einbringen anstatt auf Kosten anderer zu leben.

    Nein Danke, der Bolzplatz und die Kirchen gehören uns !
Anzeige

Politik kompakt

Aus meinem Papierkorb

Michael B. Berger blickt am Ende jeder Woche in seinen (virtuellen) Papierkorb – und erzählt die Nachrichten, die liegen geblieben sind, aber doch Beachtung finden sollten.

Michael B. Berger blickt am Ende jeder Woche in seinen (virtuellen) Papierkorb – und erzählt die Nachrichten, die liegen geblieben sind, aber doch Beachtung finden sollten.

Testen Sie Ihr Wissen

Madsack im Gespräch

Das Madsack-Hauptstadtstudio.

Unsere Redakteure im Hauptstadtbüro führen TV-Interviews mit Menschen, die etwas zu sagen haben.

Angst vor Austritt
Foto: Die Angst vor dem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone belastet die europöäische Währung.

Auch an den Devisenmärkten wächst die Sorge um einen möglichen Euroaustritt Griechenlands. Anleger flüchten in sichere Häfen, der Euro geht auf Talfahrt. Wann und wo diese endet, hängt nicht zuletzt vom Ausgang der Wahlen in Griechenland ab - und vom Erfolg der Brandmauern.

Anzeige


Top