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Niedersachsen Niedersachsen will ab 2010 Imame ausbilden
Nachrichten Politik Niedersachsen Niedersachsen will ab 2010 Imame ausbilden
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14:22 14.09.2009

Bisher kämen die Imame - Vorbeter in muslimischen Gemeinden - meist aus der Türkei, blieben nur drei Jahre und seien schlecht integriert, sagte Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Montag in Hannover. Er will mit einer Ausbildung deutschsprachiger Imame auch die Gefahr von Hasspredigten in Moscheen eindämmen. Ein Weiterbildungsstudiengang soll zum Wintersemester 2010 an der Universität Osnabrück angeboten werden.

Eine Imam-Ausbildung an deutschen Hochschulen sei für eine bessere Integration von Muslimen von enormer Bedeutung, sagte Innenminister Schünemann. „Da müssen wir voranschreiten.“ Schünemann gibt den Vorsitz der vor einem Jahr eingeführten Integrationsministerkonferenz im Oktober an Nordrhein-Westfalen ab.

Bisher kümmert sich eine Arbeitsgruppe, zusammengesetzt aus Vertretern verschiedener Ministerien, um das Projekt in Niedersachsen. Auch Moscheevereine zeigen laut Schünemann Interesse daran, in Deutschland ausgebildete, deutschsprachige Imame einzusetzen. Im Oktober werde es Gespräche mit muslimischen Verbänden über das Vorhaben geben, kündigte der Minister an. Wissenschaftler aus Osnabrück, Braunschweig und Göttingen seien daran beteiligt. Später soll neben einem Weiterbildungsstudiengang auch ein Bachelor-Abschluss möglich sein.

Zudem soll der Erfolg der Integration von Menschen aus Zuwandererfamilien künftig klarer gemessen werden. Dazu hatte sich die Integrationsministerkonferenz auf 28 Indikatoren geeinigt. In einer ersten Modellphase sollen Niedersachsen und fünf andere Bundesländer die Bewertungsmaßstäbe - etwa frühkindliche Bildung und Sprachförderung - testen. Mit den Indikatoren sollen die Integrationsfortschritte der Bundesländer verglichen werden.

Schünemann verteidigte zudem die umstrittenen verdachtsunabhängigen Moscheekontrollen in Niedersachsen besonders vor der Bundestagswahl. In anderen Bundesländern gibt es solche Polizeiaktionen nicht, bei denen Ausweise und Taschen der Moscheebesucher kontrolliert werden. Schünemann sagte, er wolle anderen Ländern aber von den guten Erfahrungen aus Niedersachsen berichten. Das „ein oder andere Land“ werde dann ins Grübeln kommen und sich überzeugen lassen, dass die Kontrollen sinnvoll seien.

Schünemann hatte die verstärkten Aktionen mit der Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus begründet. Bei Datenschutz- und Integrationsbeauftragten stoßen die verdachtsunabhängigen Moscheekontrollen aber auf Kritik. Die Grünen sprachen von Schikane und sehen Muslime unter Generalverdacht gestellt.

lni

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