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Niedersachsen will alle freien Lehrerstellen wiederbesetzen

Althusmann plant kleinere Schulklassen Niedersachsen will alle freien Lehrerstellen wiederbesetzen

Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann will trotz der Sparauflagen versuchen, im kommenden Frühjahr alle frei werdenden Lehrerstellen unverzüglich neu zu besetzen. „Ich habe einen Etat für Personalausgaben von 3,6 Milliarden Euro, 40 Millionen soll ich beim Lehrerpersonal kürzen.

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Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann.

Quelle: dpa

Das wird zu machen sein“, sagte der CDU-Politiker. Zugleich plant Althusmann, von Mitte 2011 an die Klassenobergrenzen abzusenken – von 32 auf 30 Schüler an Gymnasien und von 30 auf 28 an den Realschulen. Dies soll zunächst für die fünften, vielleicht auch für die sechsten Klassen gelten. Die Schulleiter sollen außerdem für ihre Verwaltungsarbeit entlastet werden.

Im neuen Schuljahr werden 1400 Stellen von Lehrern, die in Pension gegangen sind, neu besetzt. Es hat vorher mehr als 4000 Bewerber gegeben, viele auch aus benachbarten Bundesländern. Unter den neu eingestellten Lehrern wird ein Viertel sein, das von außerhalb Niedersachsens kommt. Trotzdem kann es aber zu Unterrichtsausfall kommen, weil nicht alle Lehrer die gewünschte Fächerkombination haben. An Gymnasien fehlen Pädagogen für Latein, Spanisch, Physik und Kunst, an den Realschulen gibt es zu wenige Französischlehrer, an Haupt- und Realschulen sind Physik- und Techniklehrer manchmal rar. Religionslehrer sind ebenfalls knapp. Wenn eine Schule Probleme hat, geeignete Pädagogen oder Vertretungslehrer zu finden, bietet die Landesschulbehörde mit einer Hotline (Telefon 0511-1066666) Hilfe an.

Im neuen Schuljahr geht die Zahl der Schüler weiter zurück – um 12.000 auf 928.000. Dieser Trend wird in den kommenden Jahren noch stärker. 80.000 Erstklässler werden am Sonnabend in Niedersachsen eingeschult, in drei Jahren werden es nur noch knapp 70.000 sein. Althusmann will deshalb schon im Herbst Ergebnisse einer Arbeitsgruppe vorlegen, die sich über neue Schulstrukturen Gedanken macht. Im Gespräch ist, dass Haupt- und Realschulen in dünn besiedelten Gegenden leichter fusionieren können und dass die ersten und zweiten Klassen in kleinen Grundschulen gemeinsam unterrichtet werden können. Auch die Hürden für neue Gesamtschulen könnten gesenkt werden. Dies diskutiert der Minister mit Lehrer- und Kommunalverbänden.

Frauke Heiligenstadt (SPD), Ina Korter (Grüne) und Christa Reichwaldt (Linke) bezweifelten, dass Althusmann seine Sparauflagen tatsächlich ohne verzögerte Einstellung von Lehrern wird erfüllen können. Das Ministerium indes hält dies schon für möglich. Denkbar wäre etwa, neue Stellen mit Teilzeitkräften zu besetzen. Er sehe eine hohe Nachfrage nach Teilzeitarbeit vor allem in den Grundschulen, betonte Althusmann, der am Mittwoch 100 Tage im Amt war.

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