Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Niedersachsen will alle freien Lehrerstellen wiederbesetzen
Nachrichten Politik Niedersachsen Niedersachsen will alle freien Lehrerstellen wiederbesetzen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:00 04.08.2010
Von Klaus Wallbaum
Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann. Quelle: dpa
Anzeige

Das wird zu machen sein“, sagte der CDU-Politiker. Zugleich plant Althusmann, von Mitte 2011 an die Klassenobergrenzen abzusenken – von 32 auf 30 Schüler an Gymnasien und von 30 auf 28 an den Realschulen. Dies soll zunächst für die fünften, vielleicht auch für die sechsten Klassen gelten. Die Schulleiter sollen außerdem für ihre Verwaltungsarbeit entlastet werden.

Im neuen Schuljahr werden 1400 Stellen von Lehrern, die in Pension gegangen sind, neu besetzt. Es hat vorher mehr als 4000 Bewerber gegeben, viele auch aus benachbarten Bundesländern. Unter den neu eingestellten Lehrern wird ein Viertel sein, das von außerhalb Niedersachsens kommt. Trotzdem kann es aber zu Unterrichtsausfall kommen, weil nicht alle Lehrer die gewünschte Fächerkombination haben. An Gymnasien fehlen Pädagogen für Latein, Spanisch, Physik und Kunst, an den Realschulen gibt es zu wenige Französischlehrer, an Haupt- und Realschulen sind Physik- und Techniklehrer manchmal rar. Religionslehrer sind ebenfalls knapp. Wenn eine Schule Probleme hat, geeignete Pädagogen oder Vertretungslehrer zu finden, bietet die Landesschulbehörde mit einer Hotline (Telefon 0511-1066666) Hilfe an.

Im neuen Schuljahr geht die Zahl der Schüler weiter zurück – um 12.000 auf 928.000. Dieser Trend wird in den kommenden Jahren noch stärker. 80.000 Erstklässler werden am Sonnabend in Niedersachsen eingeschult, in drei Jahren werden es nur noch knapp 70.000 sein. Althusmann will deshalb schon im Herbst Ergebnisse einer Arbeitsgruppe vorlegen, die sich über neue Schulstrukturen Gedanken macht. Im Gespräch ist, dass Haupt- und Realschulen in dünn besiedelten Gegenden leichter fusionieren können und dass die ersten und zweiten Klassen in kleinen Grundschulen gemeinsam unterrichtet werden können. Auch die Hürden für neue Gesamtschulen könnten gesenkt werden. Dies diskutiert der Minister mit Lehrer- und Kommunalverbänden.

Frauke Heiligenstadt (SPD), Ina Korter (Grüne) und Christa Reichwaldt (Linke) bezweifelten, dass Althusmann seine Sparauflagen tatsächlich ohne verzögerte Einstellung von Lehrern wird erfüllen können. Das Ministerium indes hält dies schon für möglich. Denkbar wäre etwa, neue Stellen mit Teilzeitkräften zu besetzen. Er sehe eine hohe Nachfrage nach Teilzeitarbeit vor allem in den Grundschulen, betonte Althusmann, der am Mittwoch 100 Tage im Amt war.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat mit seinen Erwägungen, bis zum Jahr 2020 Lehrerstellen zu streichen, Streit mit der Gewerkschaft entfacht.

21.01.2010

Vor der am Sonntag beginnenden Sparklausur des Kabinetts hat Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) bekräftigt, dass er dafür kämpfen will, keine Lehrerstellen zu streichen.

Saskia Döhner 26.07.2010

Das Land Niedersachsen will für das kommende Schuljahr 1200 Lehrerstellen ausschreiben. Die Pädagogen sollten dann im August eingestellt werden.

02.04.2010

Margot Käßmann lehrt an der Ruhr: Die frühere hannoversche Landesbischöfin übernimmt eine Gastprofessur in Bochum – und bleibt Pastorin der Landeskirche.

Thorsten Fuchs 04.08.2010

Niedersachsen investiert 100 Millionen Euro in Neubauten und Sanierungen an niedersächsischen Hochschulen. Die Hochschule und die Universität Osnabrück, die Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel, die Leibniz Universität Hannover und die Universitätsmedizin Göttingen werden von den Geldern aus dem Landeshaushalt profitieren.

04.08.2010

Nach Schleswig-Holstein dringt auch die niedersächsische Landesregierung auf eine Lockerung des Glücksspiel-Staatsvertrags. Sportwetten privater Anbieter, Internet-Glücksspiel und Lotto-Werbung sollen möglich werden. Das Land hofft, so mehr Geld in die klamme Kasse zu bekommen.

04.08.2010
Anzeige