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Niedersachsen will schnelleres Aus für Atomkraft

Früheres Abschalten der Meiler gefordert Niedersachsen will schnelleres Aus für Atomkraft

Umweltminister Stefan Wenzel plädiert dafür, alle Meiler im Norden früher abzuschalten als geplant. Dies habe einen gleich dreifachen Nutzen, sagte der Grünen-Politiker. Unter anderem könnten Kosten für die Entsorgung von Atommüll gespart werden.

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Das Atomkraftwerk in Grohnde.

Quelle: dpa (Archiv)

Hannover. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel hat ein schnelleres Ende für die Atom- und Kohlekraftwerke in Norddeutschland gefordert. Dies könne helfen, die Strompreise für Verbraucher und die Entsorgungskosten zu senken, sagte der Grünen-Politiker am Samstag der dpa. Über den Vorstoß hatten zuerst der "Weser-Kurier" und die "Hessische Niedersächsische Allgemeine" berichtet. Wenzel nannte die Atomkraftwerke in Lingen, Grohnde und Brokdorf sowie die Kohlekraftwerke in Wilhelmshaven und Hamburg-Moorburg. "Diese unflexiblen Kolosse laufen selbst dann weiter, wenn zu viel Strom im Angebot ist." Durch das Abschalten der Meiler könne man auch einen Anstieg der EEG-Umlage stoppen, meinte der Minister. Je niedriger der Marktpreis durch das Überangebot von Atom- oder Braunkohlestrom ausfalle, desto höher sei die Umlage, die vor allem Privathaushalte zu zahlen haben.

Einen weiteren Vorteil eines vorzeitigen Abschaltens sieht Wenzel bei den Kosten für die Entsorgung des Atommülls. Bei bisher kalkulierten Kosten von etwa 160 Milliarden Euro für die Lagerung des Atommülls spare dies 5 bis 10 Prozent ein, rechnete der Grünen-Politiker vor. "Mir ist klar, dass diese Forderung bei einigen verbliebenen Freunden der Atomkraft heftige Phantomschmerzen auslösen wird", sagte Wenzel. "Faktisch verdienen die Meiler im Moment aber ohnehin kein Geld." Am Leben gehalten würden die Anlagen lediglich durch die Hoffnung auf den Wegfall der Brennelementesteuer.

dpa

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