Niedersachsens Eltern sind unzufrieden mit der Schulpolitik ihrer Landesregierung. In einer Allensbach-Umfrage gaben sie der Arbeit von Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) nur die Note 3,8. Die Grünen im Landtag kritisierten am Donnerstag, es sei „unglaublich“, mit welcher Ignoranz die Regierung die Kritik an der schlechten Unterrichtsversorgung aussitze.
Hauptkritikpunkt der Eltern war der Ausfall von Unterricht. Mehr als die Hälfte forderte zudem kleinere Klassen. Mit ihrer Unzufriedenheit stehen die Väter und Mütter in Niedersachsen aber nicht alleine da. Bestenfalls mit einer Drei minus (3,6) bewerten die Bundesbürger in der Umfrage die Schulpolitik in ihren Ländern. Fast zwei Drittel der Eltern wollen, dass der Bund überall in Deutschland die gleiche Schulqualität garantiert, nur 23 Prozent der Niedersachsen finden, dass es in Länderhand bleiben sollte.
„Bildungspolitik steht seit jeher in der Verantwortung der Länder, dies ist durch die Föderalismuskommission 2006 nochmals bestätigt worden“, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Kultusministeriums am Donnerstag in Hannover. Auch der Präsident der Kultusministerkonferenz, Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU), sieht die Bildungspolitik in der Verantwortung der Länder „sehr gut angesiedelt“. „Ich möchte nicht wissen“, sagte Spaenle, „wie die Menschen reagieren würden, wenn Bildungspolitik von Berlin aus gemacht werden würde.“
Beim schulpolitischen Länder-Zeugnis schneidet Bayern mit der Note 3,3 noch am besten ab - bei einem bundesweiten Zufriedenheitsschnitt von 3,6. Schleswig-Holstein landet mit der Note 4,2 auf dem letzten Platz. Gemeinsam mit Hamburg und Bremen belegt Niedersachsen den drittletzten Platz im Ranking.
Die Grünen im Landtag kritisierten, es sei „unglaublich“, mit welcher Ignoranz die Regierung die Kritik an der schlechten Unterrichtsversorgung aussitze. Angesichts der erheblichen Klagen von Eltern in Niedersachsen fordern sie von Ministerin Heister-Neumann konkrete Zahlen, wie viele Lehrerstellen durch Auslaufen und Wegfall des Lehrerarbeitszeitkontos in den kommenden Jahren benötigt werden und wie viele besetzt werden sollen. Es sei nicht hinnehmbar, dass die „Inkompetenz der Regierung Wulff“ auf dem Rücken der jetzigen Schülergeneration ausgetragen werde, sagte die schulpolitische Sprecherin Ina Korter.
61 Prozent der Eltern in Niedersachsen wünschen sich kleinere Klassen, 57 Prozent fordern weniger Unterrichtsausfall. Zugleich hadern noch viele Eltern in Westdeutschland mit der Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur von 13 auf 12 Jahre. Nur 7 Prozent halten die Umstellung für richtig, 39 Prozent wollen gar zur alten Lösung zurück. Dagegen wollen in Ostdeutschland nur 12 Prozent der Eltern die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren, 33 Prozent halten 12 Jahre für richtig.
Die Umfrage im Auftrag von Vodafone-Stiftung und Philologenverband wurde am Mittwoch in Berlin vorgestellt. Das Institut für Demoskopie Allensbach befragte 2262 repräsentativ ausgewählte Bürger.
lni

Kommentare
Bildung ist nicht "Ländersache", sondern Bürgerrecht! Oke Bandixen – 05.04.10
Schafft die Länder ab! Wir brauchen diesen unsinnigen Föderalismus nicht, der in der Realität ja leider bedeutet, dass sich die Bildungsverantwortlichen in KMK noch nicht einmal auf die Interpunktion in ihren gemeinsamen Pressekommuniques einigen können, weil in Schleswig-Holstein beispielsweise andere Rechtschreib-Regeln gelten als im Rest des Bundesgebietes. Frau Neumeister-Sowieso (für mich der Inbegriff einer innerparteilichen Proporzfigur ohne Autorität, die auf Ausstrahlung und Kompetenz gründen müsste)und ihre ähnlich untalentierten Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Ländern spielen 19. Jahrhundert - mit uns! Der tiefere Sinn erschließt sich mir schon lange nicht mehr! 16 Bundesländer, 16 unterschiedliche Lehrpläne für sämtliche Unterrichtsfächer, 16 unterschiedliche Konzepte für die Lehrbuchgrstaltung, völlig unterschiedliche Kriterien für die Leistungsbemessung, statistisch betrachtet alle 10-12 Monate eine (meistens nicht durchdachte [!])Reform des Schulsystems; das alles bedeutet im Ergebnis nur zweierlei: es ist viel zu teuer und im internationalen Vergleich immer weniger wettbewerbsfähig - und zwar auf allen Ebenen! Das können wir uns nicht leisten - und Kindern und Eltern nicht zumuten. Also: Schafft die Länder ab (sie rechtfertigen sich allein aus ihrer sogenannten "Bildungshoheit" heraus, und die ist im vereinten Europa mehr nicht zurechtfertigen!), dann ist Geld genug für die Bildung (und 27 andere produktive [!] Zwecke) da. Das Geld für den neuen Landtag - und den Abriss des denkmalgeschützten Landtagsgebäudes - könnte beispielsweise sofort eingespart werden.Wir brauchen dringend eine Initiative zur Abschaffung der Bundesländer. Von den Parteien ist eine durchgreifende Reform unseres blödsinnigen Föderalismus nicht zu erwarten. Sie profitieren durch Mandate und Wahlkampfkostenerstattung enorm von deren Existenz!
schulpolitik meinerferd – 01.04.10
Nur für Nichteingeweihte: Bildungspolitik ist Ländersache - da können Herr Schröder und Herr Trittin in Berlin wenig machen.Doch halt: aus Berlin kam die einzige sinnvolle politsche Entscheidung in der Bildungspolitik im letzten Jahrzehnt: Frau Bulmahn hat, als sie von 1998 - 2005 Bildungsministerin war, ein milliardenschweres Ganztagsschulsprogranmm aufgelegt. Von dem Geld und den baulichen Veränderungen zehrt meine Schule heute noch von. Vielen Dank an rot - grün.
3,8? Viel zu wenig! Nachtmensch – 01.04.10
Nein unter der Rot/Grünen Regierung hat sich nichts geämdert, wie auch Bildungspolitik ist leider nunmal Ländersache. Doch in Niedersachsen, da hat sich einiges geändert. Gesamtschulen werden abgeschafft, doch werden sie so dringend gebraucht für Kinder und Jugendliche die ihrr Entwicklung vom Grundschüler zum Gymnasialschüler erst in der 5 und 6 Klasse erleben, sprich zur ehemaligen OS Zeit.Des weiteren bietet die Gesamtschule gute Möglichkeiten der Integration von Immigrierten Kinder, denn Noten werden hier erst ab Klasse 8 gegeben, so kann noch ohne großen Leistungsdruck die deutsche Sprache erlernt werden. Außerdem fällt nun der Teil des Schulsystems weg, der Kindern aus den Sozial schwächeren Schichten die Möglichkeit geboten hat auch die Stellung des Akerdemikers zu erreichen.Die schlechteste Entwickulung die jedoch vollzogen worden ist, ist die Änderung der Gymnasialen Oberstufe. Aus 2 werden auf einmal 3 Leistungskurse, die Abiturthemen und Prüfungen sind Zentral geregelt, doch warum gibt es dann die Eigenverantwortliche Schule. Ein Beispiel, in einem Englisch Leistungskurs entfällt 8 Wochen der Unterricht, doch dieses kann nicht alles aufgeholt werden, zumal es am Ende des 3 Semesters ist. Aber die Prüfungsaufgaben sind ja Zentral!!!
Naja und über das Abitur nach 12 Jahren brauch man ja kaum noch etwas sagen. Die Grundschüler werden schon so unter Druck gesetzt dadurch, das es gar nicht dazu kommen kann das die Kinder Spaß an der Schule haben und somit Spaß am lernen.
3,8 ist als Note hier deutlich untertrieben! Man sollte hier doch eher in den schwachen Fünferbereich gehen!
Schulpolitik Peters, Falko – 01.04.10
Wer reißt denn hier die Schnauze auf? Die Grünen? Waren die nicht unter dem roten Schröder an der Regierung? Und hat sich dort was geändert? Wenn sich etwas geändert hätte, währe es heute zu sehen. Statt dessen haben diese Parteien einen haufen Schulden hinterlassen, (sihe Asylpolitik für die Unterkünfte, für die wir heute noch zahlen müssen weil Schröder und Tritt-ihn diese Verträge so abgeschlossen haben), mit dem die Frau Heister Neumann wirtschaften muß. Große Schnauze und nichts dahinter. Meiner Meinung nach gehört so etwas mit so einen Gedächnisschwund nicht in den LandtagÜbrigens, hier in Herrenhausen/Stöcken steht immer noch so eine Bruchbude, die nicht abgerissen werden darf, weil wir laut Vertrag immer noch dafür zahlen müssen. Ist rund um die Uhr zu besichtigen!
Ausreichend -- – 01.04.10
Wo ist das Problem? 3,8 is doch noch gut ausreichend, Versetzung nicht gefährdet! -Ironietaste aus- War doch aber schon vor der letzten Wahl klar, wo die Reise hinführt, da hätte man die CDU bereits abstrafen können. Und wenn man heutzutage von einem Arbeiter verlangt, für seinen Job durch die Lande zu ziehen, gehört auch ein bundesweit einheitliches Schulsystem mit nahezu selben Kenntnisstand, Bücher etc. her.