Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Niedersachsens Lehrer wehren sich gegen Mehrarbeit
Nachrichten Politik Niedersachsen Niedersachsens Lehrer wehren sich gegen Mehrarbeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:18 04.07.2013
Gymnasiallehrer sollen länger arbeiten - die Lehrerverbände protestieren. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Anzeige
Hannover

Außerdem soll die versprochene Altersermäßigung bei der Arbeitszeit für Lehrer ab 55 Jahren einkassiert werden. „Das ruft uns auf den Plan. Jede Steigerung der Arbeitsbelastung ist ein Schritt in die falsche Richtung“, sagt Eberhard Brandt, Landesvorsitzender der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die Landesregierung trifft sich am Dienstag und Mittwoch zur Klausurtagung, um die Eckpunkte für den Etat 2014 festzulegen. Die GEW hat ihre Mitglieder aufgerufen, die Regierung heute Mittag vor dem Tagungsort in Hannover zu „begrüßen“. GEW-Chef Brandt hat außerdem eine Großdemonstration gegen Kürzungen im Bildungsetat für den 29. August in Hannover vorgeschlagen.

Man sei gegen längere Unterrichtsverpflichtungen für Gymnasiallehrer, da dies der Einstieg in eine höhere Arbeitszeit auch für andere Lehrer sein könne. „Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen.“ Außerdem fordert Brandt ein Festhalten an der bisher vorgesehenen Regel, vom 1.  August 2014 an die Unterrichtszeiten für Lehrer ab 55 Jahren um eine und ab 60 Jahren um zwei Stunden je Woche abzusenken. Dies habe noch im Jahr 2000 die damalige SPD-geführte Landesregierung versprochen. Wenn man die Zusage zurückziehe, sei das ein Wortbruch.

Auch der Verband der Realschullehrer und der Philologenverband, der viele Gymnasiallehrer vertritt, protestieren gegen die Regierungspläne. Horst Audritz vom Philologenverband sagt: „Unsere Kollegen stehen auf den Barrikaden.“ Die im Vergleich der Schulformen geringere Unterrichtsverpflichtung für Lehrer am Gymnasien (bisher 23,5 Stunden je Woche) sei berechtigt: „Wir brauchen mehr Zeit für Korrekturen, Unterrichtsvorbereitung und die Vorbereitung der Abiturprüfungen.“

Lehrer seien heute schon mindestens 50 Stunden je Woche eingespannt. Wenn das Gymnasium das Zugpferd aller Schulformen bleiben solle, brauche es „besonders motivierte und gut ausgebildete Lehrer“. Eine höhere Unterrichtsverpflichtung erhöhe die Gefahr eines Stellenabbaus an den Gymnasien – folglich hätten weniger Referendare Chancen, Lehrer zu werden.

Die rot-grüne Landesregierung hat vor, neben diesen beiden Sparschritten die Investitionen für Bildung erheblich auszuweiten. Angeblich soll der Ausbau der Ganztagsschulen stark beschleunigt werden – in fünf Jahren soll eine Milliarde Euro zusätzlich ausgegeben werden. Auch für andere Bildungsprojekte sind Mehrausgaben geplant. Rot-Grün will hier einen Schwerpunkt setzen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Landesrechnungshof verlangt vom Wirtschaftsministerium eine strengere Kontrolle der Kammern in Niedersachsen. Seine Aufsichtspflicht hat das Ministerium offenbar jahrelang nur schlampig oder gar nicht ausgeübt, wie nach Informationen der HAZ aus internen Prüfungen des Landesrechnungshofs hervorgeht.

Karl Doeleke 03.07.2013

Im kalten November will Niedersachsens Ministerpräsident Weil im Rahmen seiner ersten Auslandsreise nach Russland fliegen. Stationen werden Moskau und St. Petersburg sein. Details sind aber noch offen.

30.06.2013

Die niedersächsische Landesregierung will den 19.000 Gymnasiallehrern im Land etwas mehr abverlangen, damit auf der anderen Seite mehr Geld beispielsweise in die Ganztagsbetreuung fließen kann.

Klaus Wallbaum 01.07.2013
Anzeige