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Niedersachsens Lehrer wehren sich gegen Mehrarbeit
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GEW und Philologen „auf den Barrikaden“ Niedersachsens Lehrer wehren sich gegen Mehrarbeit

Trotz der Ferienzeit kocht der Protest von Lehrerverbänden gegen die absehbaren Sparbeschlüsse der rot-grünen Landesregierung in Niedersachsen hoch. Im Kabinett von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gibt es starke Kräfte, die eine Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung für Gymnasiallehrer fordern.

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Gymnasiallehrer sollen länger arbeiten - die Lehrerverbände protestieren.

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Hannover . Außerdem soll die versprochene Altersermäßigung bei der Arbeitszeit für Lehrer ab 55 Jahren einkassiert werden. „Das ruft uns auf den Plan. Jede Steigerung der Arbeitsbelastung ist ein Schritt in die falsche Richtung“, sagt Eberhard Brandt, Landesvorsitzender der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die Landesregierung trifft sich am Dienstag und Mittwoch zur Klausurtagung, um die Eckpunkte für den Etat 2014 festzulegen. Die GEW hat ihre Mitglieder aufgerufen, die Regierung heute Mittag vor dem Tagungsort in Hannover zu „begrüßen“. GEW-Chef Brandt hat außerdem eine Großdemonstration gegen Kürzungen im Bildungsetat für den 29. August in Hannover vorgeschlagen.

Man sei gegen längere Unterrichtsverpflichtungen für Gymnasiallehrer, da dies der Einstieg in eine höhere Arbeitszeit auch für andere Lehrer sein könne. „Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen.“ Außerdem fordert Brandt ein Festhalten an der bisher vorgesehenen Regel, vom 1.  August 2014 an die Unterrichtszeiten für Lehrer ab 55 Jahren um eine und ab 60 Jahren um zwei Stunden je Woche abzusenken. Dies habe noch im Jahr 2000 die damalige SPD-geführte Landesregierung versprochen. Wenn man die Zusage zurückziehe, sei das ein Wortbruch.

Auch der Verband der Realschullehrer und der Philologenverband, der viele Gymnasiallehrer vertritt, protestieren gegen die Regierungspläne. Horst Audritz vom Philologenverband sagt: „Unsere Kollegen stehen auf den Barrikaden.“ Die im Vergleich der Schulformen geringere Unterrichtsverpflichtung für Lehrer am Gymnasien (bisher 23,5 Stunden je Woche) sei berechtigt: „Wir brauchen mehr Zeit für Korrekturen, Unterrichtsvorbereitung und die Vorbereitung der Abiturprüfungen.“

Lehrer seien heute schon mindestens 50 Stunden je Woche eingespannt. Wenn das Gymnasium das Zugpferd aller Schulformen bleiben solle, brauche es „besonders motivierte und gut ausgebildete Lehrer“. Eine höhere Unterrichtsverpflichtung erhöhe die Gefahr eines Stellenabbaus an den Gymnasien – folglich hätten weniger Referendare Chancen, Lehrer zu werden.

Die rot-grüne Landesregierung hat vor, neben diesen beiden Sparschritten die Investitionen für Bildung erheblich auszuweiten. Angeblich soll der Ausbau der Ganztagsschulen stark beschleunigt werden – in fünf Jahren soll eine Milliarde Euro zusätzlich ausgegeben werden. Auch für andere Bildungsprojekte sind Mehrausgaben geplant. Rot-Grün will hier einen Schwerpunkt setzen.

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