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Polizei will besseren Schutz vor Terror

Nach Anschlägen in Paris Polizei will besseren Schutz vor Terror

132 Menschen, mit Maschinenpistolen erschossen: Ein solches Szenario war bis zu den Anschlägen von Paris nicht denkbar. Die Polizei in Niedersachsen fordert mehr Schutzwesten und Schulungen, um auf eine solche Attacke vorbereitet zu sein. Helme seien wegen ihres Gewichts und der zu geringen Schutzfunktion kein Thema.

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Niedersachsens Polizei soll für Terroralarme besser geschult und ausgerüstet werden, fordert die Gewerkschaft der Polizei. Unser Bild zeigt den Alarm am Abend des 17. November, als in Hannover das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden abgesagt wurde.

Quelle: dpa/Archiv

Hannover. Die Polizei in Niedersachsen hält eine bessere Schutzausrüstung für nötig, um auf Terrorattacken wie in Paris vorbereitet zu sein. Jeder Polizist im Land hat zwar bereits eine schusssichere Unterziehweste der Klasse I. Die hält allerdings nur sogenannte Weichkerngeschosse aus Pistolen ab. „Von den Westen der Klasse II, die über der persönlichen Schutzausstattung getragen werden und die auch stärkerer Kurzwaffenmunition standhalten sollen, gibt es nach unseren Informationen lediglich rund 900 im Land“, so Dietmar Schilff, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Niedersachsen.

Bei 1000 Streifenwagen mit je zwei Beamten brauche man allein 2000 solcher Westen der Klasse II. Die Anschaffung der fehlenden 1100 Westen sei angesichts der Bedrohungslage unbedingt erforderlich. „Finanzielle Vorbehalte darf es hierbei keinesfalls geben, weil es um die Sicherheit der Einsatzkräfte geht. Der Haushaltsentwurf 2016 muss dementsprechend nachgebessert werden“, fordert Schilff. Außerdem müssten alle Beamten geschult werden, „wie mit den neuen terroristischen Bedrohungen im Alltag umzugehen ist“.

Gegen Gewehre oder Maschinenpistolen sind jedoch nur Schutzwesten der Klassen III und IV wirksam. Gewicht: rund 20 Kilogramm. „Das macht die Verwendung im täglichen Einsatz nahezu unmöglich“, so Schilff. Es müsse jedoch geprüft werden, ob hier nicht auch landesweit nachgebessert werden müsse.

Ein solches Konzept ist in Hamburg bereits erarbeitet, berichtet das „Hamburger Abendblatt“. Demnach sollen über die Hansestadt verteilt schusssichere Westen und Helme in Wachen gelagert, aber auch gepanzerte Fahrzeuge geparkt werden, damit sie bei einer Terrorattacke möglichst schnell am Anschlagsort sein können. Ein Sprecher des Innensenats bestätigte, dass man an einem neuen Konzept arbeite, wollte aber die Details nicht kommentieren.

Ähnlich reagierte auf Anfrage auch das niedersächsische Innenministerium. Man habe ein Stufenkonzept entwickelt, bei dem sowohl über eine verbesserte Ausrüstung als auch über intensiveres Schusswaffentraining und veränderte Taktiken nachgedacht worden sei, teilte eine Sprecherin der HAZ mit. Das Konzept umfasse neben den Spezialeinheiten auch Einsatz- und Streifendienst. „Über die schnelle Umsetzung dieses Konzepts wird beraten. Details zu dem Konzept können zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht werden.“ Die in Hamburg erwogenen Schutzhelme seien allerdings kein Thema: Der Helm sei zu schwer, um ihn über längere Zeit tragen zu können. Außerdem biete er nicht ausreichend Schutz, unter anderem fehle ihm ein Visier.

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