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Niedersachsen Niedersachsens Umweltminister Sander geht auf Sommerreise
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08:15 04.08.2011
Hans-Heinrich Sander (FDP) hat gestern erstmals das Testfeld rund 45 Kilometer nördlich von Borkum besucht. Quelle: dpa
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Norddeich

Und plötzlich sind sie da. Wie aus dem Nichts tauchen nach knapp zweistündiger Fahrt zwölf Windräder am Horizont auf. „Die sehen ja gar nicht so groß aus“, lacht Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP). Eine gewagte Aussage, schließlich sind die gigantischen Windanlagen des Offshore-Windparks „alpha ventus“ 170 Meter hoch. Bei jeder Rotorumdrehung entsteht ein Geräusch, das an ein energisches Ausatmen erinnert. Wenige Seemeilen weiter korrigiert Sander dann auch seine Aussage. „Das ist echt beeindruckend.“

Es ist der erste Besuch Sanders in dem Testfeld rund 45 Kilometer vor der Küste von Borkum. Darin drehen sich zwölf Anlagen der 5-Megawatt-Klasse. Spätestens nach dem Atomausstieg bis 2022 sieht auch Sander in der Offshore-Technologie, also die Energiegewinnung mit Windrädern auf offener See, den entscheidenden Schlüssel zur erfolgreichen Energiewende. „Nur mit Windenergie kann uns der große Durchbruch gelingen. Allerdings muss es dazu in den kommenden 10 bis 15 Jahren einen großen Zuwachs an Anlagen geben.

Immerhin müssen wir die wegfallenden Atomkraftwerke ersetzen.“ Niedersachsen habe dazu seine Hausaufgaben bereits erledigt und 20 Windparks genehmigt. „Ich erwarte jetzt vom Bund, dass der Ausbau der Kabeltrassen vorankommt. Da muss noch mehr kommen“, betont Sander. Generell sei er sehr begeistert, mit eigenen Augen zu sehen, was mitten in der Nordsee entstanden ist. „Das ist ein Blick in die Zukunft und macht Hoffnung, dass wir den von uns allen gewünschten Atomausstieg schaffen werden.“

Doch es ist nicht nur die Zukunft der Energieerzeugung, die Sander auf seiner fünftägigen Reise verfolgt. Immer wieder wird er von den begleitenden Journalisten nach seinen eigenen Plänen gefragt. Nachdem Sander vor einigen Monaten seinen derzeitigen Staatssekretär Stefan Birkner sowohl als Nachfolger für das Amt des FDP-Landesvorsitzenden als auch für seinen eigenen Chefsessel im Umweltministerium vorgeschlagen hat, sehen viele in seiner Sommerreise eine Art Abschiedstournee durch Niedersachsen. „Ob das meine letzte Sommerreise ist?“, wiederholt er die Frage um Zeit zu gewinnen. Konkrete Antworten will er an diesem Mittwoch nicht geben, lächelnd sagt er nur so viel: „Wehmut habe ich keine.“

Marco Hadem

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