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"Die beste Reform heißt: keine Reform"

Niedersächsische Direktorenvereinigung "Die beste Reform heißt: keine Reform"

Die niedersächsische Direktorenvereinigung (NDV) fordert die Politik auf, den jahrelangen Streit um Schulstrukturen für mindestens zehn Jahre ruhen zu lassen. „Die beste Reform für die nächsten Jahre heißt: keine Reform“, sagt Wolfgang Schimpf, Vorsitzender der Direktorenvereinigung.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. „Wir schlagen einen Schulpakt zwischen den Parteien vor, der mindestens auf ein Jahrzehnt die bestehenden Strukturen festschreibt, um den Schulen endlich Zeit für die notwendigen inneren Entwicklungen zu geben“, so Schimpf. Die Politik solle sich zudem in Zukunft auf realistische und umsetzbare Ziele beschränken. Es müsse Schluss damit sein, immer neue politische Ziele wie Inklusion und Ganztag in die Schulen hineinzutragen, für deren Umsetzung nicht das nötige Personal da sei. „Man darf bei den Familien keine Erwartungen wecken, die man gar nicht erfüllen kann“, so Schimpf.

Bei den politischen Parteien stieß die Forderung nach einem Schulpakt auf Verständnis und Gesprächsbereitschaft. Jede Partei hat allerdings eigene Vorstellungen, auf welcher Grundlage ein Schulfrieden vereinbart werden sollte. „Ruhe für die Schulen ist wichtig, da bin ich sofort dabei“, sagte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Stefan Politze. Die von der rot-grünen Koalition beschlossenen Änderungen im Schulgesetz, wie die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren, die Inklusion oder die Ganztagsschule, müssten erst einmal Wirkung entfalten können. Auch der Grünen-Bildungsexperte und ehemalige Schulleiter Heiner Scholing zeigt sich für den Vorschlag der Direktoren offen: „Ich war lange genug Endverbraucher von Bildungspolitik, deshalb habe ich für diese Forderung großes Verständnis.“ Er halte eine Debatte, wie man mehr Planungssicherheit für die Schulen bekommen könne, für dringend geboten.

Die Liberalen hatten bereits im vergangenen Jahr einen Schulkompromiss zwischen allen Parteien vorgeschlagen. Dieser sei leider von SPD und Grünen abgelehnt worden, sagt FDP-Schulexperte Björn Försterling: „Wir sind da weiter gesprächsbereit.“ Allerdings müsse man sich für einen solchen Pakt auf eine gemeinsame Linie einigen, für die alle Seiten zu Kompromissen bereit sein müssten. „Schulfrieden kann nicht heißen, dass CDU und FDP ab jetzt die Klappe halten.“ Der bildungspolitische Sprecher der CDU, Kai Seefried, ist da weit skeptischer: „Mit dieser Landesregierung sehe ich keine Chance, eine gemeinsame Basis zu finden.“

Auch der Philologenverband und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) werfen der Landesregierung vor, mit dem Ausbau von Inklusion und Ganztagsunterricht Ziele zu setzen, für die es nicht das notwendige Personal gebe. „In der Grundschule zeigt sich, dass die Stellendecke für die schulgesetzlich verankerten Herausforderungen Inklusion, Integration und Ganztag viel zu kurz ist und weiterhin zu einer Überbeanspruchung der dort Tätigen führt“, sagte Vorsitzende Gitta Franke-Zöllmer.

Von Saskia Döhner und Heiko Randermann

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