Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Kuhhalter will mehr Schutz vor dem Wolf
Nachrichten Politik Niedersachsen Kuhhalter will mehr Schutz vor dem Wolf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 12.02.2016
"Wenn der Wolf ein Niedersachse ist, dann haben wir keine Weidehaltung mehr", meint Kuhhalter Martin Holm. Quelle: dpa (Archiv)
Anzeige
Hannover

Jeden Morgen habe er Angst, zu seinen Hochlandrindern auf die Weide bei Worpswede zu gehen, sagt Holm. "Ich weiß vorher nicht: Ist ein Kalb geboren worden? Das ist ein wunderbares Ereignis. Oder hat es vielleicht einen Wolfsangriff gegeben und ein Kalb wurde gerissen?" 25 Risse von Kälbern habe es mittlerweile landesweit gegeben. Nur ein Drittel davon sei als Wolfsattacke anerkannt, bei den anderen lägen teilweise selbst nach Monaten noch keine DNA-Analysen vor. Doch Holm äußert Zweifel, ob die Theorie von den streunenden Hunden, die für die Angriffe verantwortlich sein könnten, stimmen kann: "30 Jahre lang hatten wir nicht einen Angriff durch streunende Hunde. Und jetzt auf einmal mehrere im Jahr."

Menschlich und finanziell seien die Wolfsangriffe für Halter eine zunehmende Belastung, so Holm. 5000 bis 6000 Betriebe mit 60.000 Mutterkühen gebe es. Viele machten das im Nebenerwerb oder als Hobby, so Holm. Viel Geld könne man nicht damit verdienen, was umso eher dazu führen werde, dass die Halter ihren Betrieb aufgeben könnten. "Wenn der Wolf ein Niedersachse wird, dann haben wir keine Weidehaltung mehr", so Holm. Spätestens, wenn es um den Deichschutz gehe, der ohne Schafe nicht zu machen sei, werde das Land dazu übergehen, wolfsfreie Zonen zu schaffen, prophezeit der Landwirt aus Worpswede.

FDP-Umweltexperte Gero Hocker fordert erneut, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. Damit bekäme man die Möglichkeit, die Entwicklung der Wolfspopulation zu steuern. Außerdem sollte das Land schon jetzt Problemwölfe, die sich an Weidetieren oder Haushunden vergreifen, aus dem Verkehr ziehen. Ernst Ingolf Angermann (CDU) warf der Landesregierung vor, mit dem Wolfsmanagement überfordert zu sein. „Statt stringente Maßnahmen zu Schutz der Menschen vor Ort einzuleiten, empfiehlt das Ministerium lediglich den Wolf beispielsweise mit Stöcken oder Steinen zu vertreiben", so Angermann. "Solche Aussagen sind nicht geeignet, für die Sicherheit der Menschen vor Ort zu sorgen."

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Niedersachsen verzögert bei der Energiewende den nötigen Ausbau der Stromtrassen. Diesen Vorwurf enthält ein Schreiben, das Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) Mitte Januar an alle für den Trassenausbau zuständigen Landesminister verschickt hat.

Michael B. Berger 05.02.2016

Die Regierung von Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil hat bei der Integration von Flüchtlingen viel Hilfe angekündigt. Das Land setzt vor allem auf die Schule, die Sprachvermittlung und die Integration in den Arbeitsmarkt. Doch den Plänen hängt sie zuweilen hinterher. Die HAZ zieht Bilanz.

05.02.2016

Niedersachsen hat bei der Betreuung von Kleinkindern in Kitas oder bei Tagesmüttern deutlich aufgeholt. Zum Stichtag 1. März 2015 wurden landesweit 28,3 Prozent aller unter Dreijährigen betreut. Dieser Wert liegt leicht über dem Durchschnitt in Westdeutschland.

02.02.2016
Anzeige