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Kuhhalter will mehr Schutz vor dem Wolf

Wolf in Niedersachsen Kuhhalter will mehr Schutz vor dem Wolf

Wenn der Wolf sich weiter in Niedersachsen ausbreitet, wird es bald keine Weidehaltung mehr geben, sagt Martin Holm, Vorsitzender des Verbands der Mutterkuhhalter. Er glaubt, dass das Land irgendwann gezwungen sein wird, wolfsfreie Zonen einzurichten.

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"Wenn der Wolf ein Niedersachse ist, dann haben wir keine Weidehaltung mehr", meint Kuhhalter Martin Holm.

Quelle: dpa (Archiv)

Hannover. Jeden Morgen habe er Angst, zu seinen Hochlandrindern auf die Weide bei Worpswede zu gehen, sagt Holm. "Ich weiß vorher nicht: Ist ein Kalb geboren worden? Das ist ein wunderbares Ereignis. Oder hat es vielleicht einen Wolfsangriff gegeben und ein Kalb wurde gerissen?" 25 Risse von Kälbern habe es mittlerweile landesweit gegeben. Nur ein Drittel davon sei als Wolfsattacke anerkannt, bei den anderen lägen teilweise selbst nach Monaten noch keine DNA-Analysen vor. Doch Holm äußert Zweifel, ob die Theorie von den streunenden Hunden, die für die Angriffe verantwortlich sein könnten, stimmen kann: "30 Jahre lang hatten wir nicht einen Angriff durch streunende Hunde. Und jetzt auf einmal mehrere im Jahr."

Menschlich und finanziell seien die Wolfsangriffe für Halter eine zunehmende Belastung, so Holm. 5000 bis 6000 Betriebe mit 60.000 Mutterkühen gebe es. Viele machten das im Nebenerwerb oder als Hobby, so Holm. Viel Geld könne man nicht damit verdienen, was umso eher dazu führen werde, dass die Halter ihren Betrieb aufgeben könnten. "Wenn der Wolf ein Niedersachse wird, dann haben wir keine Weidehaltung mehr", so Holm. Spätestens, wenn es um den Deichschutz gehe, der ohne Schafe nicht zu machen sei, werde das Land dazu übergehen, wolfsfreie Zonen zu schaffen, prophezeit der Landwirt aus Worpswede.

FDP-Umweltexperte Gero Hocker fordert erneut, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. Damit bekäme man die Möglichkeit, die Entwicklung der Wolfspopulation zu steuern. Außerdem sollte das Land schon jetzt Problemwölfe, die sich an Weidetieren oder Haushunden vergreifen, aus dem Verkehr ziehen. Ernst Ingolf Angermann (CDU) warf der Landesregierung vor, mit dem Wolfsmanagement überfordert zu sein. „Statt stringente Maßnahmen zu Schutz der Menschen vor Ort einzuleiten, empfiehlt das Ministerium lediglich den Wolf beispielsweise mit Stöcken oder Steinen zu vertreiben", so Angermann. "Solche Aussagen sind nicht geeignet, für die Sicherheit der Menschen vor Ort zu sorgen."

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