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Nur einer griff zur Kettensäge

30 Jahre Umweltministerium Nur einer griff zur Kettensäge

Nicht mit Festvortrag und Sektempfang sondern mit einem Nachbarschaftsfest will Umweltminister Stefan Wenzel am Sonnabend ein rundes Datum feiern – das niedersächsische Umweltministerium wird dreißig. 

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Hans-Heinrich Sander, DFP, 2003-2012, während einer Abholzaktion an der Elbe. Die Deutsche Umwelthilfe schwärzte ihn an, die EU prüfte ein Verfahren.

Quelle: dpa

Hannover. Eine kleine Ausstellung soll die Geschichte des ehrwürdigen Baus an der hannoverschen Archivstraße ebenso würdigen wie die politische Geschichte der Umweltpolitik in Niedersachsen, die mit dem Christdemokraten Werner Remmers im Sommer 1986 kurz nach der Atomkatastrophe im ukrainischen Tschernobyl begann. „Ich habe das damals als Alibi-Handlung wahrgenommen“, sagt der Grünen-Politiker Wenzel heute.

Aus seiner Sicht hätte schon wesentlich früher ein eigenes Ministerium gegründet werden müssen, das sich mit den Nebenwirkungen der Kohle- und Ölwirtschaft auseinandersetzt. „Damals fingen die Leute mit einem Stab von 50 Mitarbeitern an, heute sind wir 350“, sagt der Minister. Die Geschichte des Hauses wird beim Jubiläumsfest, das um 11 Uhr beginnt, in einer Ausstellung im Erdgeschoss beleuchtet. Daneben gibt es Beispiele für den Kampf gegen den Klimawandel und die Ergebnisse einer Zukunftswerkstatt zu sehen.

Der Bau des imposanten Ministeriumssitzes brauchte übrigens länger als der Berlin-Brandenburger Flughafen. Erst nach 42 Jahren war die Vierflügelanlage vollendet – 1879. Da regierten schon die Preußen in Hannover und es hatte sich der Oberpräsident an der Archivstraße eingerichtet. Bevor Werner Remmers 1986 einzog, residierte hier der hannoversche Regierungpräsident. „Wir haben gerade die Panzerscheiben im Ministerbüro durch klimafreundliches Glas ersetzt“, berichtet Hausherr Wenzel. Dabei brauchte Remmers, der vom damaligen Regierungschef Ernst Albrecht als Krisenmanager eingesetzt wurde, eigentlich kein Panzerglas. Ebenso wenig wie seine Nachfolgerin Monika Griefahn (SPD), obwohl sie die Beamtenschaft ziemlich aufmischte.

Nur einer der sechs Ministerinnen und Minister rückte mit der Kettensäge an: der Freidemokrat Hans-Heinrich Sander, um im Biosphärenreservat Elbtalaue Buschwerk zu entfernen. Umweltschützer schäumten.
Ein Problem hat keiner der sechs Amtsinhaber aus der Welt schaffen können: die Zukunft Gorlebens zu klären. Wenzel immerhin ist optimistisch, dass Gorleben als Atommülllager keine Zukunft mehr hat.

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