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Ohne zweite Fremdsprache zum Abitur?

Qualitätsverlust befürchtet Ohne zweite Fremdsprache zum Abitur?

Die Lehrerverbände laufen Sturm: Mit der Umstellung auf das Abitur nach 13 Jahren sollen Gymnasiasten künftig in der Oberstufe nicht mehr unbedingt zwei Fremdsprachen bis zum Abitur erlernen. Sie können  schon nach der 10.  Klasse die zweite Sprache abwählen.

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Nur noch Englisch bis zum Schluss? Von ungeliebten Fremdsprachen sollen sich Gymnasiasten schon nach Klasse 10 trennen können – mehr Freiheit oder Qualititätsverlust?

Quelle: dpa

Hannover. Mit der Umstellung auf das Abitur nach 13 Jahren sollen Gymnasiasten künftig in der Oberstufe nicht mehr unbedingt zwei Fremdsprachen bis zum Abitur erlernen. Sie können schon nach der 10.  Klasse die zweite Sprache abwählen. Dies sehen Pläne der rot-grünen Landesregierung vor.

Das Kultusministerium verweist allerdings darauf, dass noch nichts entschieden sei. „Das Ministerium prüft die Argumente und befindet sich mit den Verbänden im Gespräch über dieses Thema“, sagte ein Sprecher am Donnerstag.

Bisher müssen die Schüler zumindest in einem Jahr der insgesamt zweijährigen Oberstufe zwei Fremdsprachen belegen. Künftig soll schon nach Klasse 10 Schluss sein mit der obligatorischen zweiten Fremdprache, die meist Französisch, Spanisch oder Latein ist. Relevant wird dies aber nur für die Jahrgänge, die nach 13 Jahren Abitur machen. Das betrifft neben den Schülern, die im nächsten Schuljahr in die 5. Klasse kommen, die jetzigen Jahrgänge 5 bis 7.

Der Philologenverband, mehrere Fremdsprachenverbände und die Direktorenvereinigung übten gestern scharfe Kritik an den Überlegungen. „Das bedeutet einen massiven Qualitätsverlust für das Abitur und die allgemeine Hochschulreife“, sagte Philologenchef Horst Audritz. Dies sei zukunftsfeindlich und provinziell. Es komme zudem denjenigen entgegen, die möglichst viele Schüler zum Abitur führen wollten. „Ein Abitur für alle kann nicht das Ziel sein“, betonte Audritz. Wolfgang Schimpf von der Direktorenvereinigung sagte, dies sei ein qualitativer Rückschritt, „der Niedersachsen ein weiteres Stück von den meisten anderen Ländern entfernt, in denen nach wie vor zwei Fremdsprachen verpflichtend sind“.

Es gehe darum, den Gymnasien mehr Freiraum zu verschaffen, erklärte Heiner Scholing, Bildungsexperte der Grünen im Landtag. Eine Rolle spiele auch die Gleichbehandlung, denn die Integrierten Gesamtschulen dürfen die zweite Fremdsprache im Jahr vor der Oberstufe als freiwillige Option anbieten. Das, was man den Gesamtschulen gewähre, müsse man auch den Gymnasien einräumen. Ähnlich äußerte sich auch Stefan Politze (SPD). Man werde aber auf die Kritik der Verbände reagieren: „Wir wollen niemanden vergrätzen.“

Für Kai Seefried (CDU) ist der Streit über die zweite Fremdsprache ein Beispiel dafür, wie chaotisch der Übergang von G 8 zu G 9 geplant sei. FDP-Schulexperte Björn Försterling meinte: Wenn man den Elftklässlern nicht 30, sondern 32 Wochenstunden zumute, müsste der Lernstoff weniger gekürzt werden. Eberhard Brandt, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, ist anderer Ansicht: Es sei doch viel besser, wenn Jugendliche freiwillig Fremdsprachen lernten anstatt lustlos ein Jahr im Pflichtkurs abzusitzen.

Der Weg zum G 9

Erst das Gesetz, dann die Umsetzung: Das neue Schulgesetz, das der Landtag im Juni beschlossen hat, liefert die Grundlage für die Rückkehr zum neunjährigen Abitur an Gymnasien. Aber der Teufel liegt im Detail, denn mit dem Gesetz sind die sogenannten untergesetzlichen Regelungen beraten worden. Diese umfassen Stundentafel und andere Vorgaben – etwa dass Leistungskurse künftig wieder fünf und nicht mehr nur vier Stunden pro Woche unterrichtet werden und die Grundkurse drei- statt wie bisher zweistündig sind. Besonders umstritten sind die Stundentafeln. Fachvertreter wie etwa Musik- und Kunstlehrer, aber auch Naturwissenschaftler beklagen Kürzungen. Aufgewertet wird das Fach Politik und Wirtschaft. Zudem soll es zwei Pflichtpraktika geben – in Klasse 9 und 11.

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