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Niedersachsen Peine wird zum Zentrum der Endlager-Suche
Nachrichten Politik Niedersachsen Peine wird zum Zentrum der Endlager-Suche
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22:07 14.07.2016
Wohin mit dem Atommüll? Das soll die BGE klären. Quelle: dpa
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Peine

Nach einem Schreiben von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat sich die Bundesregierung damit für einen niedersächsischen Standort der neuen Behörde entschieden. Unter dem früheren Bundesumweltminister Norbert Röttgen war auch ein möglicher Standort in Nordrhein-Westfalen im Gespräch gewesen.

Eine Entscheidung, wo das Lager für hochradioaktiven Abfall künftig einmal eingerichtet werden soll, bedeutet dies noch nicht. Die Berliner Kommission zur Suche nach einem Endlager hatte vor einer Woche ihre Entscheidungskriterien vorgestellt, einen definitiven Ausschluss Gorlebens jedoch abgelehnt. Aufgrund der Häufigkeit von Salzstöcken in Niedersachsen gibt es jedoch eine relative Wahrscheinlichkeit, dass ein neues Endlager auch in Niedersachsen entstehen könnte.

Die neue BGE soll Träger und Betreiber der künftigen und der bestehenden Endlager sein. Dafür übernimmt sie auch Aufgaben des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter. So soll die Asse GmbH mit ihren 460 Mitarbeitern, die für die havarierte Schachtanlage bei Remlingen (Kreis Wolfenbüttel) zuständig ist, in die neue Gesellschaft überführt werden. Das gilt auch für die bereits in Peine ansässige Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe (DBE), die für Gorleben, Salzgitter (Schacht Konrad) und Morsleben zuständig ist und derzeit 800 Beschäftigte hat. Sie ist noch eine private Gesellschaft. Es wird darüber verhandelt, dass die Energieversorgungsunternehmen ihre Zweidrittel-Beteiligung an der DBE abgeben. Alle Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.

Die staatliche Aufgabe der Aufsicht und Genehmigung wird eine neue Regulierungsbehörde übernehmen, das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit, BfE. Es wird bis zur Entscheidung eines neuen Endlagers in Salzgitter und Berlin angesiedelt sein. Wolfgang König, Präsident des in Salzgitter angesiedelten Bundesamtes für Strahlenschutz, begrüßte die Neuorganisation der Behörden, die er angestoßen hatte.

In Peine selbst herrscht die große Hoffnung, dass mit der Ansiedlung in den nächsten Jahren viele hochqualifizierte und gut bezahlte Arbeitsplätze geschaffen werden. Insgesamt sollen in der BGE zum Start rund 1600 Mitarbeiter beschäftigt sein, die sich jedoch auf die bisherigen Atommüllager-Standorte verteilen. Der Peiner SPD-Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil und Bürgermeister Michael Kessler (SPD) stellten am Donnerstag die Pläne vor.

Von Michael Lieb
 und Michael B. Berger

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