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Altmaier diskutiert mit Syrern über Integration

Landtag Altmaier diskutiert mit Syrern über Integration

Am Sonnabend lud Bundeskanzleramtschef Peter Altmaier 160 Syrer aus Norddeutschland in den Interims-Plenarsaal des Landtages ein, um mit ihnen über ihre Probleme zu sprechen. Die Veranstaltung sollte den Start geben für eine intensive lokale Netzwerkarbeit der Abgeordneten mit den Migranten.

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Bundeskanzleramtschef Peter Altmaier bei der Veranstaltung im Niedersächsischen Landtag.

Quelle: Eberstein

Hannover. Das Wichtigste an der Integration ist der Dialog miteinander – das wurde am Sonnabend im Interims-Plenarsaal des Landtages deutlich. Die CDU-Landtagsfraktion hatte 160 Syrer aus Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern eingeladen, um mit Bundeskanzleramtschef Peter Altmaier ins Gespräch zu kommen. Peter Altmaier gestand, dass bei der Frage der Integration noch viel zu tun sei. Diese Veranstaltung sollte den Start geben für eine intensive lokale Netzwerkarbeit der Abgeordneten mit den Syrern.

Die Veranstaltung richtete sich an Syrer, weil sie die größte Gruppe der rund eine Million Flüchtlinge, die Deutschland vergangenes Jahr aufgenommen hat, sind. In Syrien sind derzeit von 22 Millionen Menschen elf Millionen Menschen auf der Flucht. Davon haben sich vier Millionen Flüchtlinge in andere Länder aufgemacht. „Viele Menschen mit vielen Schicksalen sind heute hier“, sagte Altmaier und man müsse Respekt haben vor dem, was sie in den letzten Jahren erlitten haben. Dabei waren sowohl Flüchtlinge als auch bereits seit Jahrzehnten in Deutschland lebende Syrer anwesend. Viele sind in Integrationsprojekten aktiv, um Neuankömmlingen zu helfen.

Am Sonnabend lud Bundeskanzleramtschef Peter Altmaier 160 Syrer aus Norddeutschland in den Interims-Plenarsaal des Landtages ein, um mit ihnen über ihre Probleme zu sprechen. Die Veranstaltung sollte den Start geben für eine intensive lokale Netzwerkarbeit der Abgeordneten mit den Migranten.

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Die Dankbarkeit, hier Gehör zu finden, teilte fast jeder der Gäste, die sich mit ihren Fragen an den Bundeskanzleramtschef wandten. Es ging dabei um Themen, die viele der Flüchtlinge umtreiben: Das lange Warten bei den Flüchtlingsanträgen oder der Arbeitserlaubnis, fehlende oder nicht anerkannte Papiere wie auch Abschlüsse, die in Deutschland nicht gelten und nachgeholt werden müssen. So fragte der Student Mohammed, warum ausgestellte Unterlagen der oppositionellen Übergangsregierung hier nicht anerkannt werden. Sprachbarrieren und die sich teils verzögernde Zuteilung zu Sprachkursen erschweren die Jobsuche, aber auch eine universitäre Weiterbildung. Auch Rassismus ist ein Problem, wie ein Zahnmedizinstudent festhielt: „Wie kann Integration gelingen, wenn viele Leute unter Rechtsextremismus leiden?“ Eine Syrerin, die seit fünf Jahren ehrenamtlich auch als Dolmetscherin  arbeitet, wies auf die psychisch teilweise katastrophale Situation von unbegleiteten Kindern und Jugendlichen hin.

Gefragt haben häufig Syrer mit akademischem Hintergrund, Justitiare, Studenten, Ärzte. „Hier sind aber Menschen aus allen Schichten und Altersgruppen vertreten“, erläuterte Fraktionsgeschäftsführer Ulrich Dütemeyer. Die Abgeordneten der verschiedenen Landkreise hätten Vorschläge machen können, welche Syrer an einem solchen Dialog teilnehmen wollten. Aufgrund der 160 möglichen Plätze konnten allerdings nicht alle berücksichtigt werden.

Als zentrale Wegweiser für einer gelungene Integration stellte Altmaier das rasche Erlernen der deutschen Sprache – in Kursen wie auch im Gespräch Miteinander - sowie die Weiterqualifikation in Deutschland heraus, um hier nachhaltig und erfolgreich Fuß fassen zu können. Eine Berufsdatenbank könnte bei der Vermittlung von Jobs an qualifizierte und fähige Flüchtlinge helfen. „ Es sind genügend Arbeitsplätze da, wirtschaftlich können wir es schaffen, sie alle hier zu integrieren“, versicherte der Bundeskanzleramtschef. Aber auch die hiesigen Regeln und Gesetze zu akzeptieren, die Gleichstellung von Mann und Frau sei für ein friedliches Miteinander unabdingbar. Angela Merkel sei dafür das beste Beispiel, so Altmaier: „Und in Deutschland gibt es nicht nur eine Angela Merkel, jeder hat eine“, sagte er und sorgte für viele Lacher. 

Von Katharina Derlin

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