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Unfallschwerpunkt auf A2: Ab sofort Tempo 60 für Lkw

Vor neuer Dauerbaustelle Unfallschwerpunkt auf A2: Ab sofort Tempo 60 für Lkw

Niedersachsens Verkehrsminister greift wegen der verheerenden Unfallserie auf der A2 jetzt richtig durch. Ab sofort gilt ab Hämelerwald, also deutlich vor der neuen Dauerbaustelle, ein Tempolimit. Autos dürfen nicht schneller als 100, Lastwagen nicht schneller als 60 Stundenkilometer fahren. 

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Etwa jeder dritte Unfall wurde im vergangenem Jahr von einem Lastwagenfahrer verursacht - insgesamt 720 Mal. 

Quelle: Archiv/Symbolbild

Hannover. Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) hat auf die verheerende Unfallserie der vergangenen Tage auf der Autobahn 2 bei Lehrte reagiert: Wie eine Sprecherin des Ministeriums auf HAZ-Anfrage mitteilt, soll auf dem Streckenabschnitt ab sofort die Kontrolldichte des Sicherheitsabstands der Lastwagen erhöht werden. Eine entsprechende Maßnahme habe der Verkehrsminister mit Niedersachsens Innenminister vereinbart. Außerdem gilt ab Hämelerwald, also deutlich vor der neuen Dauerbaustelle, künftig ein Tempolimit. Autos dürfen nicht schneller als 100, Lastwagen nicht schneller als 60 Stundenkilometer fahren.

Zudem möchte Olaf Lies gemeinsam mit der Verkehrswacht und der Polizei eine neue Präventionskampagne ins Leben rufen. Sie soll die „drastisch erhöhte Unfallgefahr durch fehlenden Sicherheitsabstand und Autobahnstaus thematisieren“, heißt es aus dem Ministerium.

Die Autobahn 2 ist in der Region Hannover nicht nur eine Staustrecke, auf ihr ereignen sich auch Jahr für Jahr zahlreiche schwere Unfälle. Jeden Tag passieren etwa 330.000 Verkehrsteilnehmer die Region Hannover, 45.000 davon sind Lastwagen. Im vergangenen Jahr gab es auf den Autobahnen in der Region insgesamt 3172 Unfälle, allein 2283 davon ereigneten sich auf der A 2. Wie gefährlich die Ost-West-Verbindung in der Region Hannover ist, zeigt auch die Zahl der Toten und Verletzten: Neun Menschen starben im vergangenen Jahr auf der A2, 23 Menschen wurden schwer verletzt. Etwa jeder dritte Unfall wurde im vergangenem Jahr von einem Lastwagenfahrer verursacht - insgesamt 720 Mal. 

Grund für die schweren Unfälle sind aber nicht allein die Staus. Die Polizei nennt immer wieder auch zu hohe Geschwindigkeiten, abgelenkte Fahrer und zu geringen Sicherheitsabstand. In Verbindung mit der extrem hohen Verkehrsdichte auf der Strecke zwischen Bad Nenndorf und Hämelerwald kommt es dann immer wieder zu verheerenden Unglücken,  wie am Montag und Dienstag auf der A2 bei Lehrte.

Am Stauende eines vorangegangenen Unfalls sind bei Lehrte-Hämelerwald vier Lastwagen aufeinander gefahren.

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Peter Feucht, der Landesvorsitzende des Bundes deutscher Berufskraftfahrer, wohnt im Landkreis Hildesheim und kennt die Probleme auf der A2 genau. „Es muss dort etwas getan werden“, sagt er und plädiert für die Ausrüstung aller Lastwagen, die auf Deutschlands Straßen unterwegs sind, mit neuer Technik. „Neben einem Tempomat sollten ein automatischer Abstandshalter und ein Müdigkeitserkennungssystem in den Fahrzeugen Pflicht werden“, sagt er. Die Möglichkeiten zur Aufrüstung der Fahrerkabinen bestehe bereits seit geraumer Zeit, die Technik habe sich auch bewährt. „Es ist zwar teuer für den Spediteur, aber es ist kostet auch Geld, wenn die Fahrzeuge wegen eines Unfalls im Stau stehen“, sagt Feucht.

Überhöhte Geschwindigkeit, zu geringer Abstand zum Vordermann und Unaufmerksamkeit der Fahrer sind nach Einschätzungen des Verbandsvorsitzenden nach wie vor die Hauptunfallursachen auf der A2. „Warum es aber ausgerechnet immer an der Stelle bei Lehrte rummst, dafür habe ich beim besten Willen keine Erklärung“, sagt Feucht.

tm

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