Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Eine Maschinenpistole für jeden Streifenwagen
Nachrichten Politik Niedersachsen Eine Maschinenpistole für jeden Streifenwagen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 27.02.2016
Die Polizisten im Land sollen besser geschützt werden.  Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Damit reagiert das Innenministerium auf eine entsprechende Forderung der Gewerkschaft der Polizei (GdP), wie jetzt aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der CDU-Fraktion im Landtag hervorgeht.

Bei den Anschlägen von Paris im November 2015 hatten Attentäter mit ­Kalaschnikows auf Gäste in Cafés und Besucher eines Konzerts geschossen, 130 Menschen starben. Die Gewerkschaft der Polizei in Niedersachsen hatte daraufhin kritisiert, dass die Beamten hierzulande auf ein solches Szenario nicht vorbereitet seien.

So habe jeder der rund 18.000 Polizisten im Land nur eine Schutzweste der Klasse eins. Diese sei nur in der Lage, Pistolenkugeln abzufangen. Nun hat das Innenministerium die Anschaffung von 2500 Schutzwesten der Klasse vier – sogenannten Plattenträgern – in Auftrag gegeben. Diese Schutzwesten sind auch in der Lage, Gewehrmunition aufzuhalten. Weil sie aber mit ungefähr zehn Kilogramm Gewicht recht schwer sind und die Bewegungsfreiheit einschränken, sollen sie nicht an die Beamten ausgegeben, sondern Bestandteil der Ausstattung in Streifenwagen werden. Jeder Wagen bekommt dafür zwei Westen; insgesamt gibt das Land dafür 1,5 Millionen Euro aus. Zur Ausstattung der rund 1100 Streifenwagen in Niedersachsen gehört ab sofort auch wieder eine Maschinenpistole. Dafür werden nach und nach in alle 1100 Streifenwagen Waffenkästen eingebaut. Außerdem wird die Aus- und Fortbildung der Polizei erweitert: Die Beamten bekommen Schusswaffentraining und lernen, sich in Extremsituationen richtig zu verhalten.

„Das ist der richtige Schritt“, lobte Dietmar Schilff, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Niedersachsen, die verbesserte Ausrüstung. „Jetzt kommt es darauf an, auch die Aus- und Fortbildung weiterzuentwickeln“, sagte Schilff.

Unter anderem müsse den Kollegen deutlich gemacht werden, dass man sich bei einem Angriff nicht allein auf die schwere Schutzweste verlassen dürfe. Stattdessen könne es überlebenswichtig sein, bei einem Angriff schnell in Deckung zu gehen. „Unsere Kolleginnen und Kollegen müssen wissen, was sie in einer solchen Situation tun müssen“, sagte Schilff.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im politischen Streit um das geplante Abkommen des Landes mit den moslemischen Moscheegemeinden fordern Niedersachsens Kirchen etliche Korrekturen am Vertragswerk. Sie betreffen die geplanten Feiertagsregelungen sowie Vereinbarungen für das Schul- und das Bestattungswesen. 

Michael B. Berger 27.02.2016

Der Landesfrauenrat fordert einen besseren Schutz von Frauen in Flüchtlingsunterkünften. Das Land müsse sein Konzept zum Schutz von Kindern und Frauen in den Erstaufnahmeeinrichtungen und Notunterkünften bald umsetzen.

27.02.2016

Die größte SPD-Gliederung in Niedersachsen, der Bezirk Hannover, ist unzufrieden mit den Asylpaketen der Großen Koalition. In einem einstimmig gefassten Beschluss rüffelt der Vorstand des SPD-Bezirks den derzeit herrschenden „Aktionismus“ in der Asylpolitik und äußert sich kritisch zum jüngst vorgelegten Asylpaket II, das im Bundestag und am Freitag im Bundesrat behandelt werden wird.

Michael B. Berger 26.02.2016
Anzeige