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Polizisten sind fast 21 Tage im Jahr krank

Hohe Arbeitsintensität Polizisten sind fast 21 Tage im Jahr krank

Bei der niedersächsischen Polizei steigen die Krankenstände seit drei Jahren- langsam, aber kontinuierlich. Die Gewerkschaften führen den hohen Krankenstand auf Überlastung zurück.

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„Hohe Arbeitsintensität“: Polizisten sind relativ häufig krank.

Quelle: Peter Steffen

Hannover. So war ein Polizeibeamter nach einer Statistik des Innenministeriums im Jahr 2016 im Schnitt 20,8 Tage dienstunfähig - dies entspricht 8,3 Prozent der Dienstzeit. Im Jahr 2015 betrugen die durchschnittlichen Fehlzeiten 19,8 Tage (7,9 Prozent), im Jahr davor 18,6 Tage (7,4 Prozent). Damit sind die Fehlzeiten wesentlich höher als in der privaten Wirtschaft, wo der Krankenstand nach Auskunft der Krankenkassen durchschnittlich bei 4 Prozent lag.

Dennoch hält das Innenministerium einen Vergleich mit der freien Wirtschaft für wenig erhellend, weil unterschiedliche Parameter bei der Erfassung des Krankenstandes angewendet werden würden. „In vielen Betrieben müssen Sie den gelben Schein erst ab dem dritten Tag abgeben, bei der Polizei wird die Krankmeldung bereits am ersten Tag erfasst“, sagt Svenja Mischel, Sprecherin im Innenministerium. Auch die Anzahl der angerechneten Arbeitstage sei unterschiedlich.

Unterschiedlich sind die Krankheitstage auch in den einzelnen Polizeidirektionen. Mit Fehlzeiten von 9,8 Prozent liegt Braunschweig ganz oben, gefolgt von den Direktionen Lüneburg (9,1 Prozent), Göttingen (9,0 Prozent) und Hannover (8,4 Prozent). „Das könnte man mit dem Altersdurchschnitt erklären, schließlich gelten Braunschweig (Altersdurchschnitt knapp 48 Jahre) und Göttingen (47 Jahre) als vergleichsweise alte Direktionen. Nur das Bild einer einfachen Erklärung wird von Lüneburg getrübt, die mit 45 Jahren als vergleichsweise junge Direktion gilt“, sagt Svenja Mischel.

„Die hohe Zahl von Krankheitstagen ist doch leicht zu erklären“, findet demgegenüber Alexander Zimbehl von der Deutschen Polizeigewerkschaft: „Hier zeigt sich, dass die Belastung der Kollegen in den letzten Jahren spürbar zugenommen hat. Die Arbeitsintensität ist einfach sehr hoch.“ Auch seien etwa die bürokratischen Anforderungen im Laufe der Jahre eher gestiegen („unser Vorgangs- und Bearbeitungssystem ist unheimlich kompliziert“). So gingen viele Polizisten oft an den Rand ihrer Belastungsgrenze. Auch eine gewisse Überalterung der Polizei mache ihr zu schaffen. Dietmar Schilff von der Gewerkschaft der Polizei führt als weitere Ursache für den steigenden Krankenstand die wachsende Gewaltbereitschaft gegen Polizeibeamte an. Mehr Ausfälle führten zu einer zusätzlichen Beanspruchung der im Dienst befindlichen Beamten. „Diese Spirale muss unterbrochen werden.“

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