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Niedersachsen Präventionsprojekt gegen Salafisten startet 2015
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16:57 22.10.2014
Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Nach jahrelangem Tauziehen hat Niedersachsen sich mit den muslimischen Verbänden auf ein Präventionsprojekt verständigt, das ein Abgleiten junger Menschen in den radikalen Islamismus verhindern soll. Unter dem Dach eines Trägervereins solle Anfang 2015 eine Präventionsstelle ihre Arbeit aufnehmen, an der neben den Muslimen auch weitere Verbände der Jugend- und Sozialarbeit beteiligt werden, kündigte Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) am Mittwoch in Hannover an. Die wachsende Zahl junger, zum Islam konvertierter Menschen, die sich den Salafisten anschließen, zeige, dass der Extremismus kein spezielles Problem der Muslime, sondern der gesamten Gesellschaft sei. 

An die Präventionsstelle sollen sich Bürger wenden, die in Familie, Freundes- oder Kollegenkreis oder in der Schule eine mögliche Radikalisierung junger Leute bemerken. Vorbild sind Projekte in Nordrhein-Westfalen und Bremen. Die Präventionsstelle soll mit drei Beratern ausgestattet werden. 

Der Anstoß für das Projekt war vom Landesverband der Muslime (Schura) gekommen. Ein vom damaligen Innenminister Uwe Schünemann (CDU) im März 2012 vorgestelltes Antiradikalisierungskonzept sorgte dann aber für Unmut, weil sich die Muslime einem Generalverdacht ausgesetzt sahen. Zum Bruch zwischen Ministerium und Muslimen kam es wenige Monate später nach der Veröffentlichung einer Broschüre, die eine Checkliste zum Erkennen möglicher Extremisten beinhaltete. 

Nach dem Regierungswechsel übernahm das Sozialministerium die Gespräche mit den Verbänden. Diese versprachen sich zunächst mehr Unterstützung und auch Geld für die eigene Jugendarbeit. Ihnen wurde nun zumindest je ein Platz im Vereinsvorstand zugesichert. „Mit dem Weg, der nun eingeschlagen worden ist, wird die muslimische Community diese Präventionsstelle unterstützen und akzeptieren“, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Türkisch-Islamischen Union (Ditib), Yilmaz Kilic. 

Unabhängig von der Präventionsarbeit hatte die Landesregierung Ende des vergangenen Jahres bereits beschlossen, die Bekämpfung des islamischen Extremismus schwerpunktmäßig weiter bei Polizei und Verfassungsschutz anzusiedeln.

lni

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