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Rente mit 63 ist zu erfolgreich

Fachkräfte fehlen Rente mit 63 ist zu erfolgreich

Die Rente mit 63 wird in Niedersachsen stark nachgefragt. Seit der Einführung vor genau einem Jahr haben nach Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung in Niedersachsen und Bremen rund 21.000 Menschen einen entsprechenden Antrag gestellt.

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Bereits 21.000 Menschen haben in Niedersachsen und Bremen bereits die Rente mit 63 Jahren beantragt.

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Hannover. Allein im Jahr 2014 habe sich dadurch ein Plus der Rentenanträge von rund 45 Prozent ergeben, sagt Versicherungssprecher Wolf-Dieter Burde der HAZ. Dieses beruhe im Wesentlichen auf Anträgen zur Rente mit 63. Unternehmerverbände warnen indes, dass sich damit der Fachkräftemangel vor allem in mittelständischen Firmen verschärfe.

Denn die Menschen fehlten in den Unternehmen, erklärt der Arbeitgeberverband Niedersachsen-Metall: In den vergangenen zehn Jahren sei der Anteil der über 63-Jährigen unter den Arbeitnehmern jedes Jahr um 4 bis 5 Prozent gestiegen. Mit der Einführung der Rente sei er erstmals wieder um 5 Prozent gesunken. Damit gehe Erfahrung verloren.

Den Unternehmern in Niedersachsen macht diese Entwicklung große Sorgen: Ausgerechnet in den naturwissenschaftlich-technisch orientierten Berufen sei der Anstieg der Rente mit 63 sogar dreimal höher als im Durchschnitt, sagt Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen. Das Rentenpaket konterkariere damit alle Maßnahmen, die man gegen den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel getroffen habe. „Generationengerechtigkeit ist etwas anderes“, so Müller.

Die Unternehmen hat die Einführung überrumpelt. „Besonders problematisch ist bei der Rente mit 63, dass sie für politische Verhältnisse quasi über Nacht kam. Die strategische Personalplanung unserer Unternehmen ist aber auf viele Jahre ausgerichtet“, kritisiert Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von Niedersachsen-Metall. Wenn aber von 50 Leuten fünf vorzeitig die Firma verließen, könne das zu erheblichen Problemen führen. „Das ist dann ein Schlag ins Kontor für solche Unternehmen“, so Schmidt.

Dagegen verteidigt der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Niedersachsen, Hartmut Tölle, das Gesetz. „Die Rente mit 63 nach 45 Versicherungsjahren ist richtig und gerecht.“ Wer so lange gearbeitet habe, habe für diese Gesellschaft eine Menge geleistet. „Dies anzuerkennen sollte eine Selbstverständlichkeit sein“, sagte Tölle. Aus seiner Sicht liegt die Verantwortung bei den Unternehmern selbst. „Wenn Arbeitgeber gute Löhne zahlen, anständige Arbeitsbedingungen bieten und ihre Beschäftigten aus- und weiterbilden, werden sie ihren Bedarf an Fachkräften problemlos decken können. Dann brauchen sie nicht über die Rente mit 63 jammern und Geld in aufwendige Lobby-Kampagnen stecken.“

„Die Einführung der Rente mit 63 war ein richtiger Schritt“, meint auch Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Es habe sich gezeigt, dass vor allem Menschen, die in körperlich harten Branchen arbeiten, diese Möglichkeit nutzen würden. Um sich gegen den drohenden Fachkräftemangel zu wappnen, empfahl Lies den Unternehmern, sich von der Demografieagentur beraten zu lassen.     

Von Karl Doeleke 
und Heiko Randermann

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