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Sexuelle Vielfalt als Unterrichtsthema

Mehr Toleranz an Schulen Sexuelle Vielfalt als Unterrichtsthema

Rot-Grün wirbt für mehr Toleranz an Schulen: Lehrer sollten schon in ihrer Ausbildung für das Thema Homosexualität sensibilisiert werden, heißt es in einem Antrag, der am Freitag im Kultusausschuss des Landtages diskutiert wird.

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Homosexualität, aber auch Bi-, Trans- und Intersexualität sollen an Niedersachsens Schulen künftig verbindlich thematisiert werden.

Quelle: dpa

Hannover. „Auf den Schulhöfen ist der Begriff ,schwule Sau’ immer noch ein weitverbreitetes Schimpfwort“, sagt der SPD-Bildungsexperte Claus Peter Poppe. Dies sei kein Klima, in dem sich Jugendliche offen zu ihrer Homosexualität bekennen könnten, meint auch die schulpolitische Sprecherin der Grünen, Ina Korter. Rot-Grün fordert deshalb, dass sexuelle Vielfalt Thema im Unterricht werden soll.

In dem gemeinsamen Antrag, der am Freitag im Kultusausschuss des Landtages diskutiert wird, heißt es, die Schule habe den Auftrag, alle Kinder in ihrer Individualität anzunehmen und bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen. Das gelte auch bei der sexuellen Orientierung. Homosexualität, aber auch Bi-, Trans- und Intersexualität müssten verbindlich thematisiert werden, und zwar am besten nicht von heterosexuellen Lehrern, wie Korter sagte, sondern von persönlich Betroffenen. „Es geht nicht darum, für eine bestimmte Lebensweise zu werben, sondern um eine wertneutrale Information.“ Die Lehrer sollten schon in ihrer Ausbildung für das Thema sensibilisiert werden, heißt es in dem Antrag. Auch die Schulbücher und Lehrpläne sollten sexuelle Vielfalt stärker berücksichtigen. „Homosexualität wird oft im Zusammenhang mit Geschlechtskrankheiten dargestellt“, kritisiert Korter.

„An der Schule ist das Thema Homosexualität heute genauso unsichtbar wie vor 15 Jahren“, berichtet Nico Kerski von der hannoverschen Beratungsstelle Schlau. Nicht nur Schülern, auch Lehrern falle es schwer, sich zu outen. Da werde lieber gar nichts über das Privatleben erzählt oder eben eine Alibifreundin erfunden. Auch in Baden-Württemberg soll die Akzeptanz sexueller Vielfalt in den Lehrplan aufgenommen werden und hat dort zu einer Welle der Entrüstung geführt. Knapp 200.000 Menschen haben Ende 2013 eine Online­petition gegen die vermeintliche „Umerziehung durch die Schwulenlobby“ unterzeichnet, woraufhin zwei ebenfalls erfolgreiche Gegenpetitionen gestartet wurden.

In Niedersachsen rechnet niemand mit lautstarker Gegenwehr. Ob Opposition, Schulleitungsverband, GEW oder die Kirchen: Grundsätzlich ist man sich einig, dass Diskriminierung geächtet werden muss. „Natürlich haben wir ein klares Bild davon, wie Ehe und Familie aussehen sollten“, sagt Felix Bernard vom Katholischen Büro in Niedersachsen, „das heißt aber nicht, dass wir andere diskriminieren.“ Es gebe Werte wie Treue und Verantwortung, die auch außerhalb von Ehe gelebt werden könnten. Ähnlich äußert sich Kerstin Gäfgen-Track von der evangelischen Landeskirche Hannover.

Die CDU will im Kultusausschuss am Freitag eine Anhörung fordern, um eine breite gesellschaftliche Akzeptanz für das Thema zu gewinnen.

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