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Niedersachsen schließt Notunterkünfte für Flüchtlinge

Rückläufige Zahlen Niedersachsen schließt Notunterkünfte für Flüchtlinge

Das Land stellt sich bei der Betreuung von Flüchtlingen offenbar auf einen deutlich entspannteren Sommer ein als noch vor einem Jahr. Weil die Zahl der Geflüchteten in Niedersachsen zuletzt stark abgenommen hat, werden überall im Land Notunterkünfte geschlossen.

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Das Land Niedersachsen erwartet geringere Flüchtlingszahlen als angenommen und will deshalb einige Notunterkünfte schließen.

Quelle: Symbolbild

Hannover. Etliche extra eingestellte Mitarbeiter der Hilfsorganisationen könnten dadurch ihre Arbeitsplätze verlieren.

Die Verträge mit dem Land über die Lager der Johanniter in Sarstedt (Kreis Hildesheim) und Rosdorf (Kreis Göttingen) etwa laufen zum 1. Juli aus. Die Einrichtungen fallen damit weg. Das bestätigte Johanniter-Sprecherin Frauke Engel auf Anfrage der HAZ. „Es liegt in der Natur der Sache, dass Notunterkünfte geschlossen werden, wenn die Flüchtlinge nicht da sind“, sagte sie.

In einem ehemaligenE deka-Logistikzentrum in Sarstedt im Kreis Hildesheim entsteht derzeit eine neue Notunterkunft für 1.000 Flüchtlinge.

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Was aus den fünf weiteren Lagern der Johanniter, in Langenhagen, Garbsen, Fallingbostel, Aurich und Wilhelmshaven nach Ablauf der Einjahresverträge wird, sei derzeit offen. Das Lager in Garbsen etwa steht seit Ende Februar leer. Das Land lässt es aber weiter geöffnet. „Wir erfüllen unsere Verpflichtungen“, sagte ein Sprecher von Innenminister Boris Pistorius (SPD). Das Land will außerdem eine landesweite „stille Reserve“ von 32.000 Plätzen aufrechterhalten. „Wir fahren keine Kapazitäten übereilt wieder herunter. Denn niemand weiß, wie sich die Zugangszahlen entwickeln werden“, sagte ein Sprecher von Pistorius.

Derzeit sieht es aber nicht danach aus, dass die Zahl der Flüchtlinge wieder steigt. Nach Angaben des Innenministeriums sind nur noch 4500 Flüchtlinge in den Erstaufnahmelagern untergebracht. Die Zahl der Menschen in den Unterkünften hat damit seit Januar rapide abgenommen, als dort noch knapp 29.000 Menschen lebten.

Auch andere Hilfsorganisationen schließen nach und nach ihre Unterkünfte, die im vergangenen Sommer unter großem Zeitdruck errichtet worden waren. Zum 6. September wird das Notaufnahmelager der Malteser auf dem Gelände der Feuerwehrakademie in Celle-Scheuen geschlossen, wie die Malteser Mittwoch mitteilten. Das Lager hat eine Kapazität von 1300 Plätzen. „Derzeit sind in Scheuen noch 150 Flüchtlinge untergebracht“, sagte Malteser-Sprecher Michael Lukas. Im März hatten die Malteser in Buxtehude und Wolfsburg zwei Unterkünfte geschlossen.

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) wartet nach Angaben von Annegret Droba derzeit auf ein Signal des Landes, wie es mit den acht ASB-Unterkünften weitergehen kann. Auch hier laufen Verträge aus. Laut Droba hat der ASB zu „Spitzenzeiten“ knapp 9000 Menschen untergebracht. Jetzt sind es etwa 700. Für die Mitarbeiter ist die Schließung bitter. Bei den Johannitern werden befristete Verträge nicht verlängert. „Wie viele gehen müssen, ist noch nicht klar“, so Johanniter-Sprecherin Engel. „Wir versuchen, einige zu übernehmen.“ Ähnlich halten es die Malteser. „Wir versuchen, möglichst vielen Verwendung in anderen Unterkünften zu geben“, heißt es dort.

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