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Rumort es zwischen Minister und Mitarbeitern?

Ärger im Finanzministerium Rumort es zwischen Minister und Mitarbeitern?

Zwischen Wirtschaftsminister Olaf Lies und seinen Mitarbeiten rumort es angeblich heftig. Nach Informationen der HAZ gibt es schon länger eine Reihe von Vorwürfen gegen den SPD-Minister. Dieser bestritt dies am Donnerstag: "Ich habe eine ganz andere Wahrnehmung."

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Das Finanzministerium am Friedrichswall in Hannover.

Quelle: Thomas

Hannover. Offenbar, so ist zu hören, haben sich Ministerbüro und ein großer Teil der Beamtenschaft so weit entfremdet, dass es am Mittwoch während einer Personalversammlung offene Unmutsbekundungen der Mitarbeiter gegeben haben soll. Der Frust in Teilen des Ministeriums am Friedrichswall in Hannover muss groß sein. „Es gibt keine Zusammenarbeit zwischen Hausleitung und Apparat“, heißt es. „Die Zahl der einsamen Entscheidungen hat zugenommen“, erklärt ein anderer.

Nach Informationen der HAZ gibt es schon länger eine Reihe von Vorwürfen: Der SPD-Minister halte sich nicht an Absprachen mit dem Personalrat, er habe das Ministerbüro abgekoppelt, offenbar weil er Illoyalität fürchtet. Lies treffe, heißt es weiter, Entscheidungen zum Teil gegen den ausdrücklichen Rat seiner Fachleute. Er habe wenig Respekt vor den Verwaltungsexperten und vertraue ihnen nicht. „Selbst wenn Mitarbeiter begründete Einwände erheben, setzt sich der Minister darüber hinweg“, erzählt jemand. Man spüre keine Wertschätzung, Fachwissen werde nicht abgerufen. Der Minister sei zu sehr an seiner Außenwirkung interessiert. „Der Mann befindet sich im Dauerwahlkampf.“

All das schlägt sich den Angaben von mehreren Seiten zufolge in der Motivation nieder. Der Krankenstand im Wirtschaftsministerium sei inzwischen so hoch wie noch nie, wird behauptet. Das Ministerium weist das zurück. Es gebe beim Krankenstand „nichts Auffälliges“.

Lies sagte der HAZ, der Personalrat habe am Mittwoch zu Recht einige Dinge angesprochen. Er habe auch Besserung „in einigen Punkten“ gelobt. Auch diese Ansprache ist zum Teil nicht gut angekommen. „Die Rede hat jede Realität vermissen lassen.“ Das Ergebnis der Personalversammlung sei „absolut desaströs“ gewesen.

Die Beschreibungen aus dem Inneren des Wirtschaftsministeriums kommen überraschend. Nach außen gibt der Friese Lies ein ganz anderes Bild ab. Er gilt als smart und gewinnend. Unternehmer schätzen es, mit einem Ingenieur als Wirtschaftsminister zu tun zu haben und loben ihn für sein diplomatisches Auftreten, mit dem er viel erreiche. Mit ehrlichem Interesse an technischen Details gewinne Lies viel Sympathie. Umso mehr kann so eine Stimmung im Haus zu einem Problem werden - ein Minister ist auf die loyale Zuarbeit seiner Mitarbeiter angewiesen.

Lies gab sich am Donnerstag irritiert über die Vorwürfe. „Das soll das Wirtschaftsministerium sein? Das erschreckt mich ein stückweit. Ich habe eine ganz andere Wahrnehmung. Das hier ist ein absolut loyales Haus.“ Wer etwas anderes behaupte, solle ihm das offen sagen, erklärte der Minister. „Ich schätze die Kompetenz meiner Mitarbeiter“, versicherte Lies. „Das heißt nicht, dass wir immer einer Meinung sind.“ Seit Jahrzehnten werde vermutet, dass sich die Ministeretage vom Rest des Hauses abkoppele. Er wolle darum in Zukunft häufiger „Fenster für Rücksprache mit den Mitarbeitern öffnen“.

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