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Endlager

Rund 200 Störfälle bei Einlagerung von Atommüll in die Asse


Jahrelang wurden Störfälle in der Asse bestritten, jetzt ist es amtlich: Beim Einlagern von Fässern in das Atommülllager bei Wolfenbüttel ist es rund 200 Mal zu solchen Störfällen gekommen.
© Nigel Treblin/ddp

Meistens waren sie nach Angaben des früheren Betreibers Helmholtz Zentrum München mit radioaktiven Kontaminationen unter oder über Tage verbunden. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) machte die Liste mit dem Titel „Betriebsstörungen bei der Einlagerung“ am Dienstag bekannt. Seit Beginn dieses Jahres betreibt das BfS das Atommülllager Asse.

Das Dokument listet die Störfälle in Stichworten auf. So heißt es unter dem Datum 04.12.1969: „Nukem-Fass Nr.256 mit Loch (Durchmesser 10 cm) im Fassmantel.“ Für den 19.01.1971 wird eine „Kontamination durch auslaufende Flüssigkeiten auf der 750-Meter-Sohle“ beschrieben. Am 04.02.1971 wurde eine „Kontamination an den Fassklammern der Gabelstapler über und unter Tage durch äußerliche Kontamination an Fässern von HMI, Berlin“ festgestellt.

In zahlreichen weiteren Fällen wurden Fahrzeuge, Werkzeuge und Arbeitskleidung radioaktiv verstrahlt, mehrmals auch „Schachthallensohlen“ und der Förderkorb kontaminiert. Am 10.04.1972 trat aus einem vom Kernkraftwerk Obrigheim angelieferten Fass eine „dicke, gelbgrüne Flüssigkeit“ aus. Am 04.03.1974 hieß es: „Fahrer des Wieger-Teleskopbaggers kontaminiert an Kleidung und Haaren.“ In der Zeit vom 15.04. bis 29.10.1980 wurden 1725 Fässer in andere Kammern umgelagert: „Bei einer dieser Umlagerungsaktionen platzte am 10.09.1980 das Fass, das am 12./13.12.1978 vom KGB Gundremmingen geliefert wurde.“

Die Liste datiert vom 15. Dezember 2008. Für ihre Erstellung wertete das Helmholtz Zentrum nach eigenen Angaben unter anderem sogenannte Fasskontrollbücher, Akten des Strahlenschutzes sowie Berichte über Kontaminationen aus.

Unter Bezugnahme auf die Störfallliste forderten die Grünen im niedersächsischen Landtag Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) auf, einen neuen Statusbericht zur Asse vorzulegen. Offensichtlich seien die bislang vom Ministerium vorgelegten Papiere unvollständig und irreführend, sagte Fraktionschef Stefan Wenzel. Weder im ersten noch im zweiten Statusbericht fänden sich Hinweise zu den rund 200 Stör- und Unfällen. Dies mache deutlich, „dass die Sander-Papiere nur Makulatur sind“, sagte Wenzel.

ddp

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