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SPD-Kandidat Dirk-Ulrich Mende siegt bei Oberbürgermeisterwahl

Celle SPD-Kandidat Dirk-Ulrich Mende siegt bei Oberbürgermeisterwahl

Schon der erste Wahlgang hat am Sonntag die Entscheidung über den künftigen Oberbürgermeister von Celle gebracht. Der SPD-Kandidat Dirk-Ulrich Mende siegte überraschend und mit deutlichem Vorsprung.

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Wahlsieger: Dirk-Ulrich Mende (rechts). Deutlich unterlegen: Susanne Schmitt

Quelle: Cellesche Zeitung

Er kam auf 50,8 Prozent der Stimmen. Seine Kontrahentin Susanne Schmitt (CDU), die zurzeit die Verwaltung führt, erreichte nur 35,3 Prozent. Damit erlitten die Christdemokraten in ihrer traditionellen Hochburg eine herbe Schlappe. Die Wahlbeteiligung erreichte lediglich bei 41,5 Prozent gelegen und war damit fast sieben Prozentpunkte niedriger als bei der Oberbürgermeisterwahl 2001.

Das Resultat der gestrigen Wahl war aus mehreren Gründen mit Spannung erwartet worden. In der CDU, die seit Jahrzehnten die Stadtpolitik dominiert, hatte es Sorge um das Abschneiden ihrer Kandidatin Schmitt gegeben. Ihr Vorgänger Martin Biermann, der auch Landesschatzmeister der Christdemokraten ist, hatte zum Jahresende sein Amt aufgegeben. Zuvor war die Celler CDU durch größere Streitigkeiten aufgefallen, die sich vor allem um die Stadtentwicklung rankten: Die Frage, wie groß ein neues Einkaufscenter in der Innenstadt sein soll, spaltet die Partei – wie auch die Kaufmannschaft in Celle. Dieses Thema war im Wahlkampf beherrschend. SPD-Kandidat Mende und die beiden weiteren Bewerber, der Unabhängige Peter Fehlhaber und der Linke Ulf Swinartzki, bezeichneten den CDU-internen Streit über das Einkaufszentrum als Beleg für einen „Celler Filz“ und hofften bei der Wahl auf einen Anti-CDU-Effekt – den hat es nun offenbar tatsächlich gegeben.

Die Sozialdemokraten hatten vor Tagen neue Hoffnung geschöpft, weil sich ihr Kandidat Dirk-Ulrich Mende in einer von der „Celleschen Zeitung“ veranstalteten Podiumsdiskussion gut geschlagen hatte – und die Mehrheit der Besucher, die an einer Umfrage teilnahmen, für ihn votierten. Der künftige Oberbürgermeister Mende ist 51 Jahre alt, arbeitet seit vielen Jahren als Ministerialrat im Innenministerium in#Hannover und hat kommunalpolitische Erfahrung. In seiner Heimatstadt Kassel wirkt er im Magistrat mit. „Ich freue mich sehr, dass es gleich im ersten Wahlgang geklappt hat“, sagte Mende am Sonntagabend.
Garrelt Duin, Parteichef der SPD in Niedersachsen, gratulierte zum „überwältigender Wahlsieg“, dieser sei auch eine Antwort auf den „Schlingerkurs der CDU“.

Die unterlegene promovierte Juristin Schmitt stammt aus Nordwürttemberg, kam vor zwölf Jahren nach Celle und arbeitete zunächst als Anwältin. Später wechselte sie in die Stadtverwaltung. Als „Erste Stadträtin“ vertritt sie derzeit den Oberbürgermeister.

Ursprünglich hatten die Celler geplant, einen Nachfolger Biermann parallel zur Europawahl im Juni zu wählen. Dann zogen CDU und FDP#den Termin vor. Die SPD mutmaßte, sie wollten so den in Celle fremden SPD-Bewerber am Bekanntwerden hindern.

Der unabhängige Bewerber Fehlhaber verzeichnete dem vorläufigen Endergebnis zu Folge einen Achtungserfolg, er erhielt 12,3 Prozent der Stimmen. Für den Bewerber der Linken stimmten nur 1,6 Prozent.

von Gabriele Schulte und Klaus Wallbaum

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