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SPD feiert Wiedergeburt in Wennigsen

Treffen der Sozialdemokraten SPD feiert Wiedergeburt in Wennigsen

Alle 20 Jahre pilgern mehr oder minder prominente Sozialdemokraten nach Wennigsen. Sie kommen, um die Wiedergeburt einer vom Nationalsozialismus geschleiften Partei zu feiern, der SPD. Hier in Wennigsen am Deister hatte zwischen dem 5. und 7. Oktober 1945 der frühere SPD-Parteivorsitzende Kurt Schumacher seine Partei neu formiert.

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Genossen feiern: Der Historiker Bernd Faulenbach spricht bei der SPD.

Quelle: Michael Wallmueller

Wennigsen. Alle 20 Jahre pilgern mehr oder minder prominente Sozialdemokraten nach Wennigsen. Sie kommen, um die Wiedergeburt einer vom Nationalsozialismus geschleiften Partei zu feiern, der SPD. Hier in Wennigsen am Deister hatte zwischen dem 5. und 7. Oktober 1945 der frühere SPD-Parteivorsitzende Kurt Schumacher nach zwölf Jahren Diktatur und sechs Jahren Krieg seine Partei neu formiert, auch weil es in Nähe der fast völlig zerstörten Stadt Hannover noch einen unversehrten, großen Saal gab, und die Möglichkeit, die Delegierten auch einigermaßen zu versorgen, wie der Historiker Bernd Faulenbach bei der Feierstunde gestern erklärte.

Faulenbach erinnerte auch daran, dass die SPD das letzte Mal 1995 ihre Wiedergeburt in Wennigsen „groß“ gefeiert hatte. Damals war Gerhard Schröder niedersächsischer Ministerpräsident und der eher blasse Rudolf Scharping SPD-Bundesvorsitzender - und keineswegs geklärt, wer als Kanzlerkandidat Helmut Kohl aus dem Kanzleramt jagen sollte. Scharping beklagte sich am Rande der Jubiläumskonferenz, er werde wegen der ungeklärten Kanzlerkandidatenfrage sogar von Journalisten auf der Toilette bedrängt. Schröder lächelte ...

Heute ist der Toilettengang in Wennigsen weniger riskant. Mit Jazz-Trio, Festvortrag und Talkrunde beging die SPD die Feierstunde, zu der neben Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) überraschenderweise auch CDU-Generalsekretär Ulf Thiele gekommen war. Historiker Faulenbach würdigte die Leistung Schumachers, der die SPD von einer reinen Arbeiterpartei mehr hin zur Mittelschicht bringen wollte und einen weltanschaulichen Pluralismus vertreten habe. Der Historiker mahnte die Genossen, bei Themen wie Freiheit und humanenem Fortschritt den langen Atem nicht zu verlieren.

Weil diskutierte mit der jungen Unternehmensberaterin Laura-Kristine Krause, wohin sich die SPD heute orientieren sollte. Auch er riet zu mehr Grundsatztreue und warnte seine Parteigenossen vor zu viel Selbstbeschäftigung, etwa mit Themen wie der Vorratsdatenspeicherung. Gemessen an der Art und Weise, wie hierüber geredet werde, bleibe das Thema Arbeit unterbelichtet, meinte der Ministerpräsident. Auf die auch auf Jubiläumsveranstaltungen obligatorische Frage, wie die SPD denn aus ihrem 25-Prozent-Umfragen-Tal herauskomme, hatten weder Weil noch seine Gesprächspartnerin eine Patentantwort. Neben Kurt Schumacher wurde in Wennigsen auch Heinrich Aller gelobt: Der frühere Finanzminister und langjährige Landtagsabgeordnete wurde für 50 Jahre Parteimitgliedschaft geehrt.

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